Bremen Wer dieses Spektakel nicht gesehen hat, der erhält durch die Reaktionen einen Eindruck, was er verpasst hat. Siegtorschütze Ömer Toprak sprach von einem „Wahnsinnsspiel“, Werder Bremens Trainer Ole Werner von einem „verrückten Spiel“, charakterisierte es als „vogelwild“. Paderborns Coach Lukas Kwasniok nannte es sogar ein „krankes Spiel“, das er „90 Minuten lang genossen hat“. Für Werder-Torjäger Marvin Ducksch war es ein „geiles Spiel“ – und sein Trainer Werner kam zu dem Fazit: „Dieses Spiel gehört auf jeden Fall zu den verrücktesten meiner Karriere.“

Fünf Spiele, fünf Siege

Werder Bremen beim SC Paderborn – das waren Traumtore, aberkannte Treffer, etliche Irrungen und Wendungen, zahlreiche Videobeweise und am Ende nach einem 1:3-Rückstand ein 4:3-Erfolg für die Bremer, die mit dem fünften Sieg im fünften Spiel unter Trainer Ole Werner auf Platz drei sprangen und ihren Ruf als Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga verfestigten. „Fünf Spiele, fünf Siege: Das spricht, glaube ich, für den Trainer“, sagte Kapitän Toprak, der die Partie in der 86. Minute nach einem Eckball per Abstauber aus wenigen Metern entschied. „Das Spiel zeigt, wie viel Moral das Team hat und wie sie bei den Dingen bleiben, die man vorher bespricht“, war Werner beeindruckt.

Ganz viel Videobeweis

Defensiv hatte Werder auf dem tiefen Platz in Paderborn viel größere Probleme als in den Partien zuvor. Die Ostwestfalen stellten die Bremer mit ihrer schnellen und gradlinigen Spielweise vor große Probleme. Das 1:3 durch Felix Platte, der mit einem Traumtor aus 40 Metern Torwart Jiri Pavlenka alt aussehen ließ, war in der 57. Minute der Auftakt für den Werder-Wahnsinn. Binnen neun Minuten machten die Gäste durch Romano Schmid (59.) und Niclas Füllkrug (66.) aus dem 1:3 ein 3:3. Dann traf Platte spektakulär aus der Distanz in den Torwinkel (68.). 3:4? Nein. Videobeweis – es gab ein Foulspiel zuvor. Wieder nur vier Minuten später schlenzte Ducksch den Ball traumhaft in den Winkel. 4:3? Nein. Videobeweis – diesmal lag eine Abseitsstellung vor. „Es war eine Nervenprobe, die eine zusätzliche Dramatik ins Spiel reingebracht hat“, kommentierte Werner die vielen Eingriffe des Videoassistenten. Das sei zwar „gewöhnungsbedürftig“, aber „alle Entscheidungen, wie sie getroffen wurden, können anscheinend so gepfiffen werden. Von daher war es gut, dass es überprüft wurde.“ Das Spiel ging trotz der Unterbrechungen jederzeit hin und her, hatte ein rasantes Tempo und wurde am Ende durch Toprak entschieden.

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Darum läuft es

„Wir sind eine gute Truppe, das waren wir aber auch schon in der Hinrunde. Aber da war es eben so, dass Führungsspieler teilweise verletzt waren“, nannte Toprak einen der zentralen Gründe, warum es bei Werder aktuell so gut läuft. Es habe viel „Chaos“ gegeben, erinnerte sich der Kapitän auch an die Tage rund um den Impfpass-Skandal um Ex-Trainer Markus Anfang. „Nichtsdestotrotz standen wir immer zusammen, auch wenn wir immer wieder Rückschläge kassiert haben“, meinte Toprak. Der Sieg zeige, bilanzierte Ducksch (wieder ein Tor, eine Vorlage; inzwischen 18 Scorerpunkte), „welcher Spirit“ im Club herrsche. Diese Einheit und das Wahnsinnsspiel von Paderborn haben Werder unter Werner innerhalb kürzester Zeit von Platz zehn auf Rang drei der Tabelle geführt – Tendenz weiter steigend.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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