Bremen Ein Rückkehrer soll Werder Bremen vor dem Abstieg retten. Davie Selke ist der neue Hoffnungsträger des Tabellen-16. und könnte bereits an diesem Samstag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim FC Augsburg nach rund viereinhalb Jahren sein Comeback im Trikot des Fußball-Bundesligisten geben. „Ich will dazu beitragen, dass wir schnellstmöglich aus der unteren Tabellenregion rauskommen“, sagte der 25-jährige Stürmer, der die Rückennummer neun erhielt.

Zunächst wird Selke bis zum 30. Juni 2021 auf Leihbasis an der Weser stürmen. Danach gibt es „unter gewissen Bedingungen eine Kaufverpflichtung“. Über die genauen Ablösemodalitäten machten beide Clubs keinerlei Angaben. Dem Vernehmen nach muss Werder den Stürmer für mindestens zwölf Millionen Euro kaufen, wenn in der laufenden Spielzeit sowie 2020/21 der Klassenerhalt gelingt. „Er passt genau in unser Anforderungsprofil und wird uns mit seinen Qualitäten in der Rückrunde weiterhelfen können“, erklärte Bremens Sportchef Frank Baumann.

Mit Selke setzt Werders Geschäftsführer seine Rückholaktionen fort. Neben Claudio Pizarro waren auch Max Kruse, Martin Harnik und vor der Saison Niclas Füllkrug nach Bremen zurückgekehrt. Eine Eingewöhnungszeit haben diese Profis nicht benötigt, was im Fall Selke auch dringend notwendig ist. Denn im Kampf um die Klasse fehlt es neben Milot Rashica an Alternativen im Angriff. Füllkrug ist aufgrund eines Kreuzbandrisses noch für längere Zeit außer Gefecht, der 19-jährige Josh Sargent wirkt überfordert, Yuya Osako und Johannes Eggestein sind außer Form und auch Oldie Pizarro strahlt bei seinen Einwechslungen keine Gefahr aus. „Davie ist ein dynamischer, kopfballstarker Stürmer mit guter Geschwindigkeit. Er bereichert unser Offensivspiel mit seinen Qualitäten“, beschrieb ihn Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Bei Werder dürfte Selke gesetzt sein, in Berlin war er am Ende fast überflüssig. Nach dem Winter-Kaufrausch der hochambitionierten Herthaner mit Krzysztof Piatek (23 Millionen Euro/vom AC Mailand) sowie Matheus Cunha (rund 18 Millionen Euro/RB Leipzig) sah der U-21-Europameister von 2017 nach insgesamt 84 Pflichtspiel-Einsätzen und 19 Treffern keine Perspektive mehr in Berlin.

„Werder hat bei mir immer einen sehr hohen Stellenwert. Schließlich wurde mir hier die Möglichkeit gegeben, Profi zu werden. Daher fühlt es sich für mich auch ein wenig wie nach Hause kommen an“, sagte Selke.

Seine erste Bremer Zeit von Januar 2013 bis 2015 endete nach 33 Ligaspielen und neun Toren allerdings nicht unbedingt versöhnlich. Der damalige Zweitligist RB Leipzig überwies acht Millionen Euro für das frühere Spitzentalent. Vor allem bei den Bremer Anhängern kam der Wechsel gar nicht gut an.

Die finanziell eher klammen Bremer haben neben Leonardo Bittencourt und Kevin Vogt (beide von 1899 Hoffenheim) sowie Ömer Toprak (Borussia Dortmund) und Michael Lang (Borussia Mönchengladbach) nun in Selke in dieser Saison den fünften Profi auf Leihbasis geholt. Im Gegenzug verlieh der Club am Freitag den Schweden Felix Beijmo an den Zweitligisten Greuther Fürth.

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