Bremen Florian Kohfeldt lässt im Abstiegskampf nichts unversucht. Kurz-Trainingslager, konkrete Handlungsanweisungen für die Profis von Werder Bremen und die Erfahrung eines früheren Nationalspielers sollen dabei helfen, die nötigen Punkte im Rennen um den Klassenverbleib zu holen. Vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig (Samstag 15.30 Uhr) will Kohfeldt intensiv und ohne „Störfaktoren“ mit den verunsicherten Spielern des Fußball-Bundesligisten arbeiten.

Durch das Trainingslager wolle er das Gemeinschaftsgefühl und die Stabilität der Mannschaft stärken, erklärte Kohfeldt. „Viel zu häufig werfen uns in Spielen kleine Momente zurück“, sagte er. Damit das nicht mehr passiert, will er seinen Schützlingen konkrete Handlungsanweisungen geben, was sie nach Gegentoren oder anderen Rückschlägen tun sollen.

„Den Zeitpunkt haben wir genau abgewogen. Wir wollen damit sehr klar signalisieren, dass wir auf nichts warten wollen“, erklärte Kohfeldt die Beweggründe für das Trainingslager. Es gehe auch zum Beispiel um „Bequemlichkeiten. Das sind Dinge, die wir unbedingt im Keim ersticken wollen, sollte es sie geben.“

Ein Mosaikstein, der zum Erfolg beitragen soll, ist Clemens Fritz. Der frühere Werder-Kapitän und EM-Teilnehmer 2008 soll in Gesprächen dabei helfen, die Spieler auf die schwere Partie und den Abstiegskampf einzuschwören. „Clemens ist sehr erfahren, was solche Situationen angeht“, sagte Kohfeldt am Mittwoch kurz vor dem Aufbruch nach Leipzig. „Er hat als Kapitän diese Phasen häufig durchgemacht. Ich erhoffe mir, dass er eine Perspektive reinbringt, die eine beratende und mitnehmende Funktion für die Spieler haben kann.“

Der 39-Jährige, der die Scouting-Abteilung des Tabellenvorletzten leitet, sei ein Mann der klaren Ansprache, sagte Kohfeldt: „Das ist eine Ebene, die uns helfen kann. Das ist etwas anderes, als wenn ein Trainer mit den Spielern redet.“ Auch Team-Psychologe Andreas Marlovits ist in Leipzig dabei.

Mithelfen kann bei den Sachsen nach längerer Pause der zuletzt schmerzlich vermisste Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie. „Ich fühle mich fit, aber ich kann noch nicht sagen, für wie viel es am Wochenende schon reicht“, sagte der 33-Jährige, der in der Bundesliga zuletzt am 14. Dezember 2019 bei der 1:6-Niederlage in München auflief.

Auch wenn Werder in Leipzig krasser Außenseiter ist, sieht der Coach gegen die aktive und offensive Spielweise der Sachsen Chancen für sein Team. Vor der extrem bitteren 0:2-Niederlage gegen Union Berlin zeigten die Bremer im Pokal gegen Borussia Dortmund, dass sie an guten Tagen auch mit einer Spitzenmannschaft mithalten können. „Wir haben noch 13 Spiele, das sind 13 Chancen für uns. Das muss in jeden Kopf rein“, sagte Kohfeldt – und Hoffnungsträger Gebre Selassie formulierte es so: „Es gibt nur noch Endspiele. Die Situation ist sehr ernst. Wir müssen das – egal gegen wen wir spielen – so angehen wie gegen Dortmund.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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