Bremen Seit Montag wabert mal wieder ein neuer Name durch das Bremer Umfeld. Georgios Giakoumakis, 26 Jahre, ein griechischer Stürmer, steht demnach ganz oben auf der Wunschliste des SV Werder. Der niederländische Club VVV Venlo, der den Mann abgeben würde, der in der Vorsaison 26 Tore in 30 Spielen erzielt hatte und damit trotz des Abstiegs seines Clubs zum Torschützenkönig der Eredivisie wurde, hat eine Bremer Anfrage in niederländischen Medien bestätigt. Allein: Es gibt einige weitere Interessenten, etwa aus Portugal und Spanien – und der Fußball-Zweitligist hat in dieser Transferperiode schon mehrfach schmerzlich erfahren müssen, wie schwierig es für ihn aktuell ist, tatsächlich auch einen Abschluss zu realisieren.

Genau wegen dieses Stillstands auf der Zugang-Seite sowie der vielen Abgänge der letzten Tage (am Montag lieh Werder zudem den 22-jährigen Ersatztorwart Eduardo Dos Santos Haesler an den dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland aus) rumort es weiter kräftig an der Weser. Die „Baumann raus“-Rufe während des 1:4-Debakels am Sonntag gegen den SC Paderborn schallten durchs Weserstadion ebenso wie die Pfiffe der frustrierten und genervten Fans.

Das sagt Bode

Der Schuldige an der sportlichen Misere ist nach wie vor für fast alle Anhänger Sportchef Frank Baumann. Der Verein aber will das nicht auf sich sitzen lassen. „Es ist nicht fair, wenn sich die Fans jetzt einen Schuldigen herauspicken. Wir alle, die gesamte Geschäftsführung und der Aufsichtsrat, bestimmen den Kurs des Clubs“, sagte Werder Bremens Aufsichtsratsboss Marco Bode bei der „deichstube.de“. Eine Trennung von Baumann komme nicht infrage. „Nein, das werden wir nicht machen“, betonte Bode. Die Pandemie und der Abstieg hätten nun einmal dafür gesorgt, dass Werder ein finanzielles Loch von rund 40 Millionen Euro stopfen müsse. „Das ist ja nichts, was Frank sich ausgedacht hat“, so Bode.

Das sagt Baumann

Kaderplaner Baumann stellte sich am späten Sonntagabend im NDR-Fernsehen. „Es ist heutzutage nicht nur im Fußball so, dass man einen Schuldigen braucht, und das bin ich jetzt eben in diesem Fall“, meinte der frühere Nationalspieler. An einen Rücktritt denke er nicht, weil das für ihn keinen Sinn ergebe. Vor allem zum „jetzigen Zeitpunkt“ verschwende er daran keinen Gedanken.

Das sagt Anfang

Dass er unzufrieden mit der Personalsituation sei, hatte auch Neu-Trainer Markus Anfang zuletzt mehrfach betont. Auch er wird langsam ungeduldig. Das Wort „Wiederaufstieg“ vermeidet er partout, spricht stattdessen von „Wiederaufbau“. „Es ist klar, dass wir noch etwas machen müssen“, sagte Anfang. Vor allem im Angriff herrscht große Not. Dort, wo nun Georgios Giakoumakis auf Werders Wunschliste steht. Aber auch im Mittelfeld sind die Probleme offenkundig. Zudem steht weiter die Frage im Raum, ob noch mehr Spieler Werder in den nächsten Tagen verlassen.

So geht es weiter

Ob Baumann nach dem Ende des Transferfensters am 31. August noch lange im Amt ist, ist ungewiss. Für den 5. September ist die mehrmals verschobene Mitgliederversammlung geplant. Dann wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt, Baumann-Befürworter Bode tritt nicht wieder an. Er ist bislang der einzige Hauptverantwortliche, der selbst die Konsequenzen aus dem sportlichen Niedergang gezogen hat. Wie lange Werders Sportchef dem Druck standhält, hängt von den kommenden 14 Tagen ab. Nur wenn es ihm gelingt, doch noch einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen, hat er wohl eine Zukunft an der Weser.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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