Bremen 45 Minuten war es ein echter Langweiler – doch dann startete die grün-weiße Party, die Werder Bremen sich bei Rückkehr der Ultras nach deren Corona-Auszeit so sehr erhofft hatte. Dank einer klaren Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause feierte der Fußball-Zweitligist von der Weser am Freitagabend einen 3:0-Sieg (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim und kann nach zwei Niederlagen in Serie durchatmen. Marco Friedl (50. Minute) und Marvin Ducksch (52.) mit ihrem Doppelschlag innerhalb von 76 Sekunden brachten das mit rund 30 000 Fans besetzte Weserstadion zum Beben. Ein Eigentor von Heidenheims Denis Thomalla (64.) besiegelte den Heimsieg, durch den Werder auf Platz sieben der Tabelle sprang.

Junge Startelf

Trainer Markus Anfang reagierte auf das desolate 0:3 bei Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag und brachte zwei frische Kräfte. Jean-Manuel Mbom verteidigte rechts hinten, dafür rückte Mitchell Weiser auf die rechte Offensivseite und Niklas Schmidt auf die Bank. Zudem kam Lars Lukas Mai zurück in die Startelf, Friedl rotierte nach links hinten und Anthony Jung sah zunächst nur zu. Zudem fehlte Niclas Füllkrug mit muskulären Problemen im Kader. Beachtlich: Werders Startelf war die jüngste seit 2012 mit einem Altersdurchschnitt von 23,8 Jahren.

Werder zu verhalten

Trotz der Rückkehr der Ultras und der guten Stimmung im Weserstadion begannen beide Mannschaften bei ihrem ersten Wiedersehen seit den Relegations-Duellen im Juli 2020 (Werder setzte sich durch) verhalten. In den ersten 20 Minuten gab es keine nennenswerten Toraktionen, bis sich Heidenheims Robert Leipertz zu leicht durch Werders Defensive dribbelte, aber mit seinem zu zentralen Torschuss an Michael Zetterer scheiterte (23.). Werder versuchte nach zwei Niederlagen in Serie mit fünf Gegentoren erst einmal stabil zu stehen und so Sicherheit zu gewinnen. Nach vorne spielte die Anfang-Elf aber viel zu kompliziert und ungenau. Dementsprechend hatten auch die Gäste die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit: Tim Kleindienst köpfte aus 13 Metern auf das lange Eck, Zetterer wäre ohne Chance gewesen, doch der Ball klatschte gegen den Pfosten (38.).

Wie ausgewechselt

Nach der Pause aber präsentierten sich die Gastgeber wie ausgewechselt. Dank eines schnell ausgeführten Freistoßes erwischte Werder einen Traumstart. Ducksch zirkelte seine Flanke aus dem Halbfeld perfekt auf den durchstartenden Friedl, der per Volley mit der Innenseite zur Führung traf. Nur 76 Sekunden später war das Weserstadion ein Tollhaus, denn Werder legte direkt nach. Nicolai Rapp fing einen missglückten langen Ball von Heidenheims Torwart Kevin Müller ab, spielte ihn direkt auf den frei stehenden Ducksch, der souverän zum 2:0 einschob. Der turbulente Start in Durchgang zwei war damit noch nicht vorbei. Jetzt traf Heidenheim in Person von Kleindienst nach einem Freistoß per Kopf, doch der Videobeweis zeigte, dass der Angreifer hauchdünn im Abseits gestanden hatte (54.). Mit dem Eigentor von Thomalla nach einer flachen Hereingabe von Ducksch, der damit an allen Treffern beteiligt und der überragende Offensivspieler war, war die Partie bereits nach 64 Minuten entschieden. Beide Teams nahmen die Fahrt raus – auf den Rängen lief eh längst die grün-weiße Party begleitet von einer mehrminütigen La Ola, die die Bremer Fans und Spieler so lange vermisst hatten.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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