Die Zahlen sind erschreckend: Etwa 70 Millionen Menschen sind an einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus erkrankt. 400 000 Menschen sterben jährlich an dieser Krankheit. In Deutschland sind etwa 300 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Infektion, da die Symptome der Krankheit oft nicht bemerkt oder falsch interpretiert werden.

Müdigkeit, Appetitlosigkeit, geringe Übelkeit, Symptome wie einer Grippe werden nur selten mit einer Hepatitis-C-Infektion in Zusammenhang gebracht. So wird diese Infektion sehr spät, oft erst nach Jahren erkannt, wenn im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit Blutuntersuchungen eine solche Infektion aufdecken. Bei bis zu 85 Prozent der Infizierten nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf, bei dem durch die Leberentzündung ein Umbau des Organs in Richtung Leberzirrhose stattfindet. Geht der Verlauf lange, ist leider eine bösartige Entwicklung zum Leberkrebs möglich.

Das HC-Virus wird entweder über einen Blutkontakt oder Verletzungen übertragen. Seit 1992 ist eine Übertragung durch Bluttransfusionen oder eine Blutwäsche ausgeschlossen. Die heute häufigste Infektionsquelle ist die Übertragung bei Drogengebrauch mit nicht sterilen Spritzen oder auch durch sexuelle Praktiken. Vier von fünf Neuinfektionen sind auf in­travenösen Drogenkonsum zurückzuführen. Da sich junge Leute – der Mode folgend – tätowieren lassen oder ein Piercing tragen, sollte dabei auf einwandfreie hygienische Voraussetzungen geachtet werden. Dieses gilt selbstverständlich auch für alle medizinischen Eingriffe.

Seit 2014 sind direkt wirkende antivirale Substanzen (DAA) zugelassen. Sie greifen in den Vermehrungszyklus des C-Virus sehr spezifisch ein. Die Behandlung ist in Tablettenform möglich und nebenwirkungsarm. Diese Therapie führt zur kompletten Entfernung des Virus. Wichtig ist, dass die Therapie vor den schwerwiegenden und nicht reversiblen Veränderungen an der Leber einsetzt. Die Therapie ist zwar sehr teuer, kann aber eine schwere Krankheit verhindern. Die Behandlungsmaßnahmen bei fortgeschrittener Krankheit sind ökonomisch deutlich aufwendiger.

Es ist ein wichtiges Anliegen, den Suchtpatienten in der Beratung diese Möglichkeit aufzuzeigen und die Angst vorm Arztbesuch zu nehmen. Die Aussicht, eine so verbreitete Infektion heilen zu können, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO veranlasst, das Jahr 2030 als Zieldatum der Elimination der Infektion zu nennen. In einem Land mit einem hohen Standard der medizinischen Versorgung müsste dieses Ziel mithilfe der Netzwerke – Drogenberatung, Ärzte, Krankenkassen und Patientenorganisationen – erreichbar sein.

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