BüRGERFELDE Das Gertrudenheim in der Friesenstraße ist eine Wohnmöglichkeiten für Männer und Frauen mit geistiger Behinderung. In der Einrichtung werden heute 123 Menschen betreut.

Die Ursprünge des Gertrudenheims liegen weit zurück. Kurz nach der Gründung des „Komitees zur Errichtung einer Anstalt für geistesschwache Kinder im Herzogtum Oldenburg“ im Jahr 1887, zogen nach und nach 20 Mädchen mit Behinderungen ein. Später kamen weitere 40 Jungs hinzu, die in einem anderen Bereich des Gebäudes untergebracht wurden.

Individuelle Förderpläne

Mittlerweile werden im Gertrudenheim ausschließlich Erwachsene mit geistiger Behinderung betreut. In den vier Wohnhäusern in der Friesenstraße leben 123 Bewohner. Hinzu kommen 32 Männer und Frauen, die in ihren eigenen Wohnungen leben und dort betreut werden. Zumeist in den Nachmittagsstunden kommen Mitarbeiter des Gertrudenheims zu ihnen nach Hause und helfen unter anderem bei der Mahlzeitzubereitung und der Hausarbeit.

Im Mittelpunkt der Betreuung steht die Förderung und Erhaltung der Selbständigkeit der geistig behinderten Menschen. Dazu wird für jeden neuen Bewohner ein individueller Förderplan erstellt. Gemeinsam mit einem der Betreuer wird zum Beispiel geübt, die Körperpflege durchzuführen oder das eigene Frühstück zuzubereiten. „Die Entwicklung dauert bei Menschen mit einer geistigen Behinderung eine gewisse Zeit“, sagt Ute Kohring, pädagogische Leiterin des Gertrudenheims. Während psychisch Erkrankte meist sehr unter ihrer Situation leiden und mit dem Leben unzufrieden sind, zeigen sich Menschen mit geistiger Behinderung als freundliche und aufgeschlossene Menschen.

Ute Kohring erinnert sich gerne an einen Moment in der Vergangenheit, der ihr Herz erwärmen ließ. „Eine Frau in diesem Heim hat viele Jahre lang kein Wort gesprochen. Und dann eines Morgens stand sie vor uns und sang ein Kinderlied.“ Seit dem hat sich die Sprachent-wicklung dieser Frau weiter fortgesetzt, sagt die 52-Jährige.

Basteln und werken

Ihr Mann, Hans-Gerd Kohring, ist Leiter der Einrichtung. Er sagt: „Für die Bewohner sind es große Erlebnisse, wenn sie alleine zum Einkaufen gehen können.“ Um darauf vorbereitet zu sein, gibt es für die Bewohner ein Busfahrtraining, in dem sie lernen, wie man sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln verhält.

In der Werkstatt auf dem Gelände des Gertrudenheims basteln und werken die Bewohner das ganze Jahr über fleißig. „Jeder macht das, was er kann und woran er Interesse hat“, sagt Ute Kohring. Dazu gehören zum Beispiel auch Vogelhäuser und Handarbeiten. Diese können am 21. November von 14 bis 17 Uhr auf dem Weihnachtsbasar im Gertrudenheim, Friesenstraße 27, gekauft werden. Mit den Einnahmen sollen Projekte im Gertrudenheim finanziert werden.

Mehr Infos unter

www.gertrudenheim.de

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