Wardenburg Mit „auffallend roten Nagezähnen“ und einem „Pelz“ beschreibt Britta Wachtendorf aus Hundsmühlen den „Huntebiber“, den sie in Wardenburg gesichtet hat. Um einen echten Biber handelt es sich jedoch an den Gewässern Wardenburgs nicht.

„Der Biber hat einen viel breiteren Schwanz und bewegt sich ganz anders“, meint Vorsitzender des Fischereivereins Paul Riefstahl. Er habe das Tier auch schon mehrmals zwischen Wardenburger Huntebrücke und der Brücke beim Tillysee gesichtet – zuletzt vor rund fünf Wochen.

„Es ist auf keinen Fall ein Biber, sondern eine Nutria“, meint Riefstahl. Zwei, drei Tiere würden regelmäßig die Hunte entlangschwimmen. „Seit einigen Monaten gibt es sie schon“, berichtet er.

Der Vorsitzender der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) Dr. Remmer Akkermann begegnete bereits vor über 40 Jahren einer Nutria in der Region – 1971 bei Gut Lehte (Ahlhorn).

Während der heimische Elbebiber aus dem europäischen Raum stamme, sei die Nutria ähnlich wie der Waschbär „Importe“, die „mit menschlichem Zutun in die Freiheit gelangt sind“, erklärt Akkermann. Ursprünglich stamme sie aus Südamerika. Die Nutria sei ein semiaquatisches Säugetier – lebe also an Land und im Wasser. Sie weise dabei eine mittlere Größe zwischen Bisam und Biber auf, sagt Akkermann. Der Nager sei fast reiner Vegetarier.

Im Gegensatz zum Biber baut die Nutria keine Dämme, sondern Nester aus Pflanzen im Uferbereich – aber oberhalb der Uferkante, sagt Kathrin Kroker vom BSH. Die Tiere legen auch unterirdische Gänge an, sagt Akkermann. Das könne auch Auswirkungen auf den Deichschutz haben.

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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