OLDENBURG OLDENBURG - Wären die Schrammen sichtbar gewesen, hätten die deutschen Volleyballspieler über Pfingsten viele Eisbeutel zur Kühlung benötigt. Aber die Kratzer und Prellungen nach dem 3:2 der Nationalmannschaft gegen Lettland in Oldenburg waren psychologischer Art. „Wir haben uns ein blaues Auge geholt, sind damit aber gut weggekommen“, räumte Bundestrainer Stelian Moculescu nach dem holprigen Start in die EM-Qualifikation ein.

Zum Auftakt taten sich die Favoriten in der Gruppe C schwer. Bulgarien, das Deutschland 3:2 besiegt hatte, musste gegen Rumänien kämpfen. Beim 3:1 gegen die zuvor von Lettland besiegten Rumänen gewann Bulgarien zwei Sätze nur 25:23.

„Die Zuschauer haben uns immer wieder auf die Beine geholfen“, lobte Ralph Bergmann nach dem 25:15, 20:25, 25:11, 20:25, 15:8 in der mit 2500 Besuchern fast ausverkauften EWE-Arena. Der erfahrene Mittelblocker schlägt für Frankreichs Meister Paris Volley auf. Zehn der zwölf deutschen Spieler pritschen, baggern und blocken im Ausland, die meisten in der besten Liga der Welt in Italien. Die deutsche Bundesliga gilt nur als mittelklassig, allerdings mit „Tendenz zur Besserung“, wie Kapitän Frank Dehne anmerkte.

Die Stimmung der Oldenburger vertuschte, dass der vierte Sieg im fünften Spiel gegen die Balten zwar nach einem dramatischen Verlauf zustande gekommen war, den einzelnen Sätzen aber weitgehend die Spannung fehlte. „Wenn es gut läuft, sind starke Aufschläge kein Problem“, merkte Christian Pampel an. Der Profi, der in dieser Saison in Padua und Athen spielte, schaffte die längsten Serien und erzielte mit 26 Punkten überhaupt die durchschlagendste Wirkung. Wenn es nicht lief, fehlten Mut, Selbstsicherheit und Spielwitz zur Wende. So war der zweite Satz nach einer Serie des Letten Ansis Medenis schon früh entschieden.

Bei längeren Ballwechseln ging es auf und ab. Gegen deutsche Doppel- und Dreierblöcke kamen die Letten nie durch. Aber Zuspieler Maris Vensbergs narrte die deutsche Mitte etliche Male, und allein auf sich gestellt griffen Bergmann, Norbert Walter (geht von Wien nach Montpellier) und Georg Wiebel (Maaseik/Belgien) nicht allzu viele Bälle. Den Joker zog Moculescu Mitte des vierten Satzes. Er nahm den 2,02 Meter großen Dehne für Simon Tischer (Friedrichshafen) ins Zuspiel.

Der Volleyball-Verband (DVV) hat die Oldenburger Arena unter jenen Hallen vermerkt, „in die wir gern wieder gehen würden“, wie Pressesprecher Thilo von Hagen bekundete. Auf kuriose Weise hatte der DVV den Bau aufgespürt. Mitarbeiter hatten eine Box-Übertragung aus Oldenburg verfolgt und sich angetan von den Ausmaßen und der Atmosphäre gezeigt.

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