Visbek Er ist Südoldenburger geblieben: Bischof Johannes Bahlmann aus Visbek. Seit zehn Jahren geistliches Oberhaupt in der nordbrasilianischen Diözese Obidos, hält er zwar etwas von Ideen. Diese müssten aber durch Strukturen immer geerdet und gesichert werden.

Das Projekt mit dem schwimmenden Krankenhaus beispielsweise. Von ihm gedanklich mitentwickelt, wird es im kommenden Februar fertig gestellt werden. Mit einem voll funktionsfähigen Operationssaal an Bord werde es dann auf dem Amazonas auf und abfahren auf einer Strecke von 1000 Kilometern. Vergleichbar mit der vom Bodensee bis zur Nordsee.

Ärzte aus anderen franziskanischen Kliniken in Brasilien werden dort abwechselnd zwei Wochen lang für 700 000 Menschen Dienst tun. „Vor allem den armen Menschen wollen wir so einen Zugang zur Gesundheit ermöglichen“, so Bahlmann, der dem Orden der Franziskaner angehört.

Ein Ansatz, den auch Papst Franziskus beeindruckt habe, erzählt Bahlmann von seinem Besuch kürzlich im Vatikan. „Vom Operationsboot aus wird es weitere Kleinboote geben, mit denen das medizinische Personal weiter ins Hinterland fahren kann“, schwärmt der Bischof, dessen Bistum halb so groß ist wie Deutschland. Eine Gegend, in der eine Pfarrgemeinde in der Regel aus 30, in Ausnahmefällen auch mal aus 150 einzelnen Teilgemeinden besteht.

„Wie kann ich etwas zum Wohle der Menschen verändern?“ ist der rote Faden des 1960 im Landkreis Vechta geborenen Theologen. „Wie kann ich ihnen dienen?“ Dabei stehen für den studierten Agraringenieur nicht Zahlen der Taufen oder Firmungen an erster Stelle. Um die Bewahrung der Schöpfung insgesamt geht es ihm, beschreibt er. Etwas, um das es auch bei der Amazonas-Synode in 2019 Jahr gehen werde.

Gleichzeitig Vorsitzender einer regionalen Bischofskonferenz mit 20 Bischöfen aus 14 Bistümern, diskutiert Bahlmann eher ungern über das große Ganze. Sein Ansatz ist vielmehr, auf der Mikroebene etwas zu tun und das verändern, was man verändern kann.

Das Ziel müsse man dabei immer klar vor Augen haben, so der Bischof, der jetzt für zwei Tage in seiner Heimatgemeinde war. Habe man das Ziel festgelegt, stelle sich die Frage, wie man es strategisch klug erreichen könne. „Und manchmal“, so Bahlmann, „sind Dinge auch noch nicht reif“. Dann müsse man das Warten aushalten können.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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