Oldenburg Der deutsche Pokalsieger hat in diesem Jahr mit der Vergabe des Wunderhorns nichts zu tun. Während der Rekordsieger VfL Oldenburg (6 Titel) beim vereinseigenen Robert-Schumann-Turnier nach den drei Vorrunden-Niederlagen am Samstag maximal nur noch Rang fünf an diesem Sonntag belegen kann, dürfen Bayer Leverkusen, HSG Blomberg-Lippe, Skanderborg Handbold aus Dänemark sowie der schwedische Spitzenclub H65 Höör vom Titelgewinn träumen.

Die Mannschaft von Trainer Niels Bötel präsentierte sich eine Woche vor dem Supercup gegen Meister Thüringen meilenweit von ihrer Bestform entfernt. Im letzten Spiel des Tages am Samstagabend hätte dem VfL gegen Höör sogar noch ein Sieg mit drei Toren zum Halbfinaleinzug gereicht. Heraus aber kam eine deprimierende 14:25 (8:12)-Pleite.

Die Spiele in der Robert-Schumann-Halle (Halle Rebenstraße) beginnen an diesem Sonntag um 9.30 Uhr, das Finale ist für 16.50 Uhr angesetzt. Im ersten Halbfinale (11.20 Uhr) trifft der Sieger der Gruppe A (Leverkusen) auf den Zweiten der Vorrunden-Gruppe B (Höör). Danach folgt das zweite Halbfinale, in dem sich ab 12.15 Uhr Blomberg (1. Gruppe B) und Skanderborg (2. Gruppe A) gegenüberstehen.

Auf die VfL-Frauen wartet nach Rang vier in der Gruppe B derweil die Platzierungsrunde. Hier wartet an diesem Sonntag (9.30 Uhr) zunächst der Drittplatzierte der Gruppe A, Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund.

Die neuformierte Mannschaft von Trainer Niels Bötel offenbarte noch etliche Abstimmungsprobleme. Wichtige Spielerinnen waren in der Vorbereitung immer wieder ausgefallen, so dass sich das Team nur unzureichend einspielen konnte. So absolvierte die als Spielmacherin verpflichtete Kristina Logvin (Schulter-OP) beim Wunderhorn-Turnier ihre allerersten Einsätze überhaupt für die Grün-Weißen.

Der erste Turniertag begann aus Sicht der Gastgeberinnen mit einem Paukenschlag. Statt mit dem fest eingeplanten Sieg gegen den Schweizer Erstligisten LK Zug startete der VfL mit einer Auftaktpleite in die Gruppenphase. „Da gibt’s nichts zu beschönigen. Meine Mannschaft hat eine enttäuschende Vorstellung geboten. Ganz offensichtlich haben meine Spielerinnen den Gegner unterschätzt“, kommentierte ein sichtlich angefressener VfL-Coach Bötel die 25:26-Niederlage im ersten Gruppenspiel am frühen Samstagmorgen.

An der ungewohnten Anwurfzeit konnte die speziell laxe Auffassung bei der Abwehrarbeit der VfL-Frauen nicht gelegen haben. Die Gäste aus der Schweiz waren auf Grund einer Flugverspätung erst am Samstag um zwei Uhr in der Nacht in Oldenburg eingetroffen. Nur acht Stunden später präsentierte sich der letztjährige Dritte der Schweizer Meisterschaft jedenfalls hellwach.

Im zweiten Spiel agierten die Oldenburgerinnen dann auch wesentlich präsenter. Kim Birke, Angie Geschke und Co. erspielten sich zwischenzeitlich eine Führung mit fünf Toren. Die Partie gegen die HSG Blomberg-Lippe ging nach 2 x 20 Minuten am Ende aber dennoch klar mit 21:26 verloren. Erneut hatte die VfL-Deckung den gegnerischen Angreiferinnen zu viele Freiräume zugestanden, auf der Gegenseite ließen die Gastgeberinnen wie schon gegen den LK Zug die allerletzte Konsequenz beim Torwurf vermissen oder scheiterten wiederholt an der starken HSG-Torfrau Anna Monz.

So stand bereits nach zwei Partien fest, dass es für die VfL-Frauen in diesem Jahr in puncto Turniersieg verdammt eng werden würde. Schließlich benötigte das Bötel-Team im letzten Spiel des ersten Turniertages gegen Höör einen Sieg mit drei Treffern zum Einzug ins Semifinale.

Nur die beiden Erstplatzierten der beiden Vorrundengruppen qualifizierten sich fürs Halbfinale. Bei Punktgleichheit entschied laut Reglement der direkte Vergleich punktgleicher Teams über den Endplatz in der Vorrundengruppe.

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.