Vechta 150 000 Ziegel aus Ton vor Ort, Rot Premium in Dünnformat (DF), im märkischen Verband gemauert. „Wir haben keine Ziegel aussortiert“, sagt Udo Freiherr von Frydag, Geschäftsführer des Ziegelherstellers OLFRY in Vechta. Auch abgeschlagene Ziegel wurden verarbeitet – „perfekt unperfekt“ nennt von Frydag den repräsentativen Neubau des Traditionsunternehmens an der Ecke Friesenstraße/Wittekindstraße.

Bereits 2011 waren die ersten Vorplanungen für den Neubau gestartet. „Wir saßen 45 Jahre am falschen Standort“, begründet Udo von Frydag die Standortentscheidung. Denn statt über das große Firmengelände fahren zu müssen, ist der Weg für Lieferanten und Kunden nun wesentlich einfacher. Zudem war das Gebäude „zu klein, zu eng, zu wenig von allem“, wie von Frydag sagt.

Also wurde 2013 zum Architekturwettbewerb aufgerufen, den Zuschlag erhielt das Architektenbüro BKS aus Lübbecke, für die Innenarchitektur zeichnet Gerhard Leister (architektur sievert-leister) aus Düsseldorf verantwortlich.

Udo Freiherr von Frydag war vor allem „das städtebauliche Moment eines Hofes“ wichtig. Zweieinhalb Jahre später ist ein Innenhof entstanden, der unter anderem mit Buchen und Gegenständen der Firmengeschichte gestaltet ist. Die Planungen für das Außengelände hatte Carl-Peter von Mansberg aus Lüneburg übernommen. Hinter dem Gebäude ist Platz für eine großzügige Außenausstellung, die derzeit aufgebaut wird. Blühflächen, Vogelkästen, Bienenvölker – die Ökologie ist dem Geschäftsführer besonderes Anliegen. Das zeigt sich an begrünten Dachbereichen, die von Frydag gerne noch ausweiten möchte.

Froh ist von Frydag, dass er die Hoföffnung in Richtung Westen hat verschwenken lassen. Der Blick auf Fenster und Türen offenbart, dass der Neubau nach dem Goldenen Schnitt entworfen worden ist. „Es geht nicht nur um Zahlen, sondern auch um Ästhetik“, ist der Firmenchef, der das Unternehmen 2015 übernommen hatte, überzeugt. Jedes Detail ist ihm ein Anliegen. Wie zum Beweis hat er eine kleine Ecke am Fuße des gemauerten und geschlemmten Treppenhauses selbst mit Hammer und Meißel abgeschlagen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Hingucker ist der acht Meter hohe Ausstellungsraum, der über Lichtschächte in der Fassade erhellt wird. Die Mustertafeln mit Backsteinen lassen sich auf einem Decken-Schienensystem verschieben und machen Platz etwa für Veranstaltungen: In der Halle können 150 Plätze bestuhlt werden.

16 Mitarbeiter finden im neuen Gebäude Platz – zwölf davon in der Verwaltung. Mit eingezogen ist auch die Werkstatt, die Musterwände für Ausstellungen herstellt. Das rund 70 Zentimeter dicke zweischalige Mauerwerk samt Fußbodenheizung schafft ein „Burgen- und Kirchenklima“, berichtet von Frydag, und das ganz ohne Klimaanlage. Die sommerliche Hitze im Büro des Geschäftsführers wie im Altbau gehört damit der Geschichte an.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.