Vechta Am Sonntag, 20. Oktober, sind die Einwohner Vechtas aufgefordert, an die Wahlurnen zu treten. In der Kreis- und Universitätsstadt wird ein Nachfolger für Helmut Gels (CDU) gesucht, der seit 2011 Vechtas Rathauschef ist. Einer der drei Kandidaten, die sich um den Posten des Bürgermeisters bewerben, ist der unabhängige Einzelbewerber Claus Dalinghaus.

Der 57-jährige Diplom-Finanzwirt und dreifache Familienvater, der als Sachgebietsleiter beim Finanzamt Vechta tätig ist, hatte im vergangenen Jahr mit seinen drei Mitstreitern Otto Bocklage, Norbert Krümpelbeck und Stephan Sieveke in der Kreisstadt für ein politisches Beben gesorgt, als die vier Kommunalpolitiker der CDU nach einem Streit über den Termin der Bürgermeisterwahl ihren Austritt aus der CDU-Fraktion erklärt hatten und in der Folge aus der CDU ausgeschlossen wurden. Nun möchte der stellvertretende Bürgermeister und Mitgründer der Stadtrats-Fraktion der Vechtaer Christdemokraten (VCD) selbst die Nachfolge von Gels antreten.

„Als Vechtaer Jung liegt mir die Entwicklung meiner Heimatstadt besonders am Herzen“, sagt er. Für ihn stünden Bürgerbeteiligung und Transparenz an erster Stelle. Der Rat solle mit selbst auferlegten Leitlinien dafür Sorge tragen, dass die Bürger möglichst umfassend und transparent über das politische Geschehen in ihrer Stadt informiert werden.

Als eines der wichtigsten Themen betrachtet Dalinghaus die Diskussion um die Gestaltung des Neuen Markts. „Ich wünsche mir, dass dort ein Ort der Begegnung entsteht, an dem sich Jung und Alt treffen“. Er plädiert zudem dafür, dass unter dem bisherigen Parkplatz am Neuen Markt eine Tiefgarage gebaut wird. „Solange der Neue Markt noch nicht bebaut ist, ergibt eine Tiefgarage viel Sinn“, so Dalinghaus. Einer sehr umfangreichen Bebauung des neuen Markts und einem damit verbundenen großflächigen Einzelhandel steht Dalinghaus eher kritisch gegenüber: „Man muss aufpassen, dass man hier die richtige Größe findet.“ Stattdessen sollte der Neue Markt auch weiterhin ausreichend Platz für Veranstaltungen wie etwa das Vechtaer Schützenfest bieten. Zudem fordert Dalinghaus, dass das Einzelhandelsentwicklungskonzept aktualisiert werden soll.

Als ein weiteres Ziel gibt Dalinghaus an, „ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Unternehmer, Architekten und Investoren sollen in Zusammenarbeit mit der Stadt dafür Sorge tragen, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. „Wir müssen über Modelle beim Wohnungsbau nachdenken, die uns ein langfristiges Mitspracherecht sichern“, ist Dalinghaus überzeugt.

Ebenfalls Teil seiner politischen Agenda ist sein Wunsch, Vechta zu einer „Fahrrad- und Fußgängerstadt“ zu machen. „Das heißt für mich, dass wir die Menschen dazu bewegen, viele Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen.“ Das Radwegeverkehrskonzept müsse hierfür überprüft und durchgesetzt werden. Radwege sollen umfangreich saniert und ausgebaut werden. Zudem müsse die reine Durchfahrt der Innenstadt für Autofahrer möglichst unattraktiv gestaltet werden. Allerdings müsse dies im Einklang mit dem Einzelhandel erfolgen, für den die Durchfahrt der Großen Straße von großer Bedeutung sei.

Positiv aufgeschlossen gegenüber zeigt sich Dalinghaus gegenüber den jüngsten Planungen, die Krankenhäuser Lohne und Vechta zu fusionieren. „Beide Krankenhäuser sind für sich genommen zu klein, deswegen müssen wir nun den Schnitt machen.“ Zudem biete ein neuer Krankenhausstandort eine Chance in der Innenstadtplanung. Er könne sich dabei auch vorstellen, dass die nahe dem St. Marienhospital gelegene landeseigene Justizvollzugsanstalt für Frauen ausgesiedelt werden könnte. Dies würde etwa Platz für ein kulturelles Zentrum schaffen können.

Dalinghaus warnt zudem vor der AfD und ihren Sprachgebrauch – insbesondere auf Bundesebene. Allerdings schließt er eine Zusammenarbeit mit den AfD-Kommunalpolitikern vor Ort nicht kategorisch aus. „Demokratisch legitimierte Politiker im Stadtrat müssen wir akzeptieren. Wer dies nicht macht, verhält sich undemokratisch.“

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