Vechta Heribert Mählmann hat bislang noch kein politisches Amt ausgeübt. Dies soll sich jedoch, wenn es nach ihm geht, bald ändern. Der parteilose Vorstandsvorsitzende des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth in Lohne tritt für die Vechtaer CDU in dem spannenden Rennen um den Bürgermeisterposten in der Kreisstadt an.

„Seit 20 Jahren bin ich in Vechta zu Hause. Nun möchte ich Vechta selbst mitgestalten“, sagt der in Norddöllen aufgewachsene Mählmann. Der 53-Jährige, der sich selbst als Pragmatiker sieht, möchte als „neues Gesicht der Kommunalpolitik“ nun in Erscheinung treten und Helmut Gels nachfolgen. Profitieren möchte er dabei von seinem „sehr guten Vernetzungsgrad in der Region“. Als Vorstandsvorsitzender des Caritas-Sozialwerks und zuvor als langjähriger Geschäftsführer der kirchlichen Schulstiftung St. Benedikt sei er bereits häufig mit der Politik in Berührung gekommen. Zudem habe er als Chef von 350 Mitarbeitern ausreichend Erfahrung in leitenden Positionen. Für den bekennenden Christen haben Bekenntnisschulen einen sehr hohen Stellenwert. Er begrüßt die getroffene Lösung mit der Einteilung der neuen Schulbezirke. Gleichzeitig regt er aber auch an, darüber nachzudenken, alle Grundschulen im Vechtaer Stadtgebiet zu Bekenntnisschulen zu machen. „Aus meiner Erfahrung heraus ist es einfacher, eine Schule in eine Bekenntnisschule umzuwandeln als vier Schulen zurückzustufen“, so Mählmann. So wären alle Schulen gleichgestellt und zukünftige Verteilungsdiskussionen könnten sich erübrigen.

Für Mählmann stehen insbesondere die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit ganz oben auf der Tagesordnung. Für den Kandidaten der CDU, der stets betont, als parteiloser Bewerber auch eigene Themen im Blick zu haben, ist die „Bewahrung der Schöpfung“ von großer Wichtigkeit. Symbolisch möchte er deshalb innerhalb der ersten drei Jahre seiner Amtszeit 1000 Bäume pflanzen. Zudem möchte er finanzielle Anreize für Dachbegrünungen und den privaten Zisternenbau schaffen. Trotz der Wichtigkeit des Themas müsse jedoch bei allen Umweltmaßnahmen auch die Realisierbarkeit nicht außer Acht gelassen werden: „Es muss realistisch bleiben. Machbarkeit und Finanzierbarkeit spielen dabei auch eine Rolle.“

Den Mangel an bezahlbarem Wohnraum hält Mählmann für ein großes Problem in Vechta. Die innerstädtische Verdichtung müsse daher konsequent vorangetrieben werden. Auf bestehende Gebäude müssen Stockwerke hinzugefügt werden. Zudem bedarf es städtischer Planungskonzepte für Wohnen, Verkehr, Parken und Grünflächen, die insbesondere stadtteilbezogen sein sollen. „Man muss Vechta mehr in Stadtquartiere entwickeln“, ist Mählmann überzeugt. Zudem sollte etwa der Bau von Supermärkten nur noch erlaubt werden, wenn die Planungen ein oberes Stockwerk mit 20 bis 40 Wohnungen vorsehen. Auch sollten die Nachbarkommunen bei der Erschließung potenziellen Baulands einbezogen werden. Dennoch müsse man sich jedoch zugleich darüber klar werden, dass sich aufgrund des Flächendrucks „die Zukunft des Wohnens in Vechta deutlich verändern wird.“

Bei der Diskussion um die Gestaltung des Neuen Marktes zeigt sich Mählmann offen gegenüber den Planungen eines Investors, dort großflächigen Einzelhandel zu errichten. „Viele Städte suchen einen solchen Investor, wir haben so einen und sollten darüber froh sein“, meint Mählmann. Bei der Bebauung müsse jedoch der Europaplatz erhalten bleiben. Zusammen mit dem Alten Markt sei der Neue Markt „das Herz der Stadt“. „Wir brauchen dort einen attraktiven Anker, der Kaufkraft hervorbringt“, so Mählmann. Als eine „einmalige Chance“ betrachtet Mählmann außerdem die mögliche Fusion der beiden Krankenhäuser in Lohne und Vechta.

Zudem spricht sich Mählmann dafür aus, im Stadtgebiet mehr 30er-Zonen auszuweisen. An der Großen Straße und im Zitadellenpark möchte er mit einem „System der Prävention“ für mehr Sicherheit sorgen. Auch eine Videoüberwachung hält er künftig dort für nicht ausgeschlossen.

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