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Vechta /Goldenstedt /Oldenburg Wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Rauschgift im großen Stil müssen sich seit Dienstag zwei 29 und 41 Jahre alte Männer aus Vechta und Goldenstedt vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Die Angeklagten waren von einer Drogenbande als Flugkuriere eingesetzt worden. Sie flogen nach Dubai, Brasilien und Malaysia, legten dort Rauschgift in präparierte Koffer und flogen dann mit dem „Stoff“ nach Amsterdam, wo der Drogenboss wohnte. Es geht in dem Verfahren um insgesamt rund 50 Kilogramm Kokain.

Nie und nimmer wäre man der Bande ohne den Angeklagten aus Vechta auf die Spur gekommen. Er hatte sich bei der Polizei verplappert. Die Beamten hatten bei den Eltern des 29-Jährigen angerufen und angemahnt, dass ihr Sohn noch eine Geldstrafe von 500 Euro zu entrichten habe. Die Eltern erklärten, ihr Sohn sei in Dubai, komme morgen zurück und dann bei der Polizei vorbei.

Am anderen Morgen legte der 29-Jährige bei der Polizei die 500 Euro auf den Tisch. Was er denn in Dubai gemacht hätte, fragten die Beamten ganz nebenbei, um dann scherzhaft anzumerken, er (der Angeklagte) sei am Ende doch wohl kein Flugkurier. Hätte der Angeklagte nun geschwiegen, wäre nichts passiert. Aber er fragte die Beamten, was er an Strafminderung zu erwarten hätte, wenn er ein Geständnis ablegen würde. Die Polizisten trauten ihren Ohren nicht. Und dann legte der Angeklagte los, nannte alle Namen der Kuriere und der Drogenbosse und skizzierte das Drogen-Vertriebsnetz.

Zurzeit verbüßt der 29-Jährige knapp fünf Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes. Er hatte sich in Bremen an das Bett eines schlafenden Bekannten geschlichen, es mit Benzin übergossen und angezündet. Der Bekannte war nur leicht verletzt worden.

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