Vechta /Cloppenburg Die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland (OM) ist 2019 weiter gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren 6736 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 78 oder 1,1 % weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresschnitt bei 3,7 %, während sie im Vorjahr 3,8 % betrug.

„Insgesamt war auch das Jahr 2019 wieder ein gutes Jahr am Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland. Besonders erfreulich ist, dass auch Menschen profitieren, die schon längere Zeit auf der Arbeitssuche waren“, kommentiert Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta, die Jahresbilanz am Arbeitsmarkt. Allerdings seien mit dem Rückgang der gemeldeten Stellen und sinkenden Abmeldungen in Arbeit auch eindeutige Zeichen einer konjunkturellen Eintrübung in der zweiten Jahreshälfte erkennbar.

Arbeitslosigkeit

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,7 % im Jahresdurchschnitt ist die Arbeitslosigkeit weiterhin die zweitniedrigste in Niedersachsen (5,0 %), allerdings mit der schwächsten Entwicklung in 2019 landesweit. Während die Arbeitslosenzahl im Oldenburger Münsterland um 1,1 % zurückgegangen ist, nahm sie im Landesschnitt um 4,3 % und im Bundesschnitt um 3,1 % ab.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zeichnete sich auch in 2019 durch eine hohe Dynamik aus. Die Zugangs- und Abgangsraten in und aus der Arbeitslosigkeit sind die zweithöchsten in Niedersachsen. Das bedeutet, dass die Chancen, schnell wieder einen Arbeitsplatz zu finden, nach wie vor überdurchschnittlich gut sind.

Zugenommen haben die Arbeitsaufnahmen in der Öffentlichen Verwaltung, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und im Bereich Information und Kommunikation. Rückläufig gegenüber 2018 waren hingegen die Arbeitsaufnahmen in der Land- und Forstwirtschaft, in der Arbeitnehmerüberlassung und im verarbeitenden Gewerbe, welches aber nach wie vor die Branche mit der höchsten Beschäftigtenzahl in der Region ist.

Stellenmarkt

Insgesamt ist die Personalnachfrage der Betriebe in 2019 gesunken. Dem Arbeitgeberservice wurden im vergangenem Jahr 9065 neue Stellen gemeldet. Das waren 1510 bzw. 14,3 % weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen sank gegenüber dem Vorjahr um 434 bzw. 9,8 % auf 4016.

Beschäftigung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelte sich im Oldenburger Münsterland (OM) im vergangenen Jahr weiter positiv. Mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent lag die Region deutlich über der Landes- (+1,7 %) und Bundesentwicklung (+1,6 %). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oldenburger Münsterland um 3444 auf 140 446, so viele wie nie zuvor im Juni eines Jahres. Besonders profitiert haben davon auch ausländische Arbeitnehmer.

Allein 1795 von den insgesamt 3444 neuen Beschäftigten besaßen keinen deutschen Pass. Die prozentual höchsten Zuwächse an Beschäftigten im Oldenburger Münsterland verzeichneten die Wirtschaftszweige Information und Kommunikation sowie Erziehung und Unterricht. Die höchsten Beschäftigungsrückgänge gab bei den Arbeitnehmerüberlassungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft.

Ausblick 2020

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit – prognostiziert für 2020 einen weiteren Zuwachs der Beschäftigung in Südoldenburg von etwa 1,7 % oder 2400. Damit liegt die Erwartung für die Region wieder über Landes- (+0,9 %) und Bundesschnitt (+0,7 %).

Das IAB geht zudem davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im OM in 2020 weiter um etwa 1,5 % oder 100 sinken wird. Auch hier wird die regionale Entwicklung positiver erwartet als im Land (-0,8 %) und im Bund (+0,1 %). „So entspannt wie in der Zeit von 2017 bis Mitte 2019 ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr“, so Heliosch. Aber eine größere Krise zeichnet sich nach ihrer Einschätzung 2020 nicht ab.

Unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung bleibe der Ruf nach Fachkräften in der Region laut. Und das werde sich nach Einschätzung der Agenturchefin durch den Strukturwandel weiter verstärken.

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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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