Vechta Der Arbeitskreis „Tierwohl“ des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) hat am Dienstag in Vechta seine Ergebnisse zum Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration vorgestellt. Demnach gibt es, so der Arbeitskreis-Vorsitzende Josef Abeling, mehrere Möglichkeiten, die es allerdings noch zu untersuchen beziehungsweise zu perfektionieren gilt, war er sich mit Uwe Bartels, Vorsitzender des AEF, einig.

Der von einigen Seiten befürwortete vierte Weg, der in Dänemark angewendet wird, komme in der praktizierten Form allerdings nicht in Frage, sei sich der Arbeitskreis einig gewesen. Die Dänen betäuben die Ferkel nämlich durch einen Stich direkt in den Hoden, was mehr Schmerzen verursache, als die Kastration selbst, so Abeling. Darin sei sich der Arbeitskreis, in dem unter anderem auch Tierärzte und Wissenschaftler sitzen, einig gewesen: „Unser Arbeitskreis heißt ,Tierwohl’. Da geht es darum, Schmerzen bei der Katastration zu verhindern“, verwies der Vorsitzende auf die Zielsetzung.

Möglich sein zum Beispiel eine Injektionsnarkose durch den Tierarzt. Trotz der mit der Anwendung verbundenen Risiken stellt sie als Nischenlösung eine Alternative dar.

Möglich sei auch die Inhalationsnarkose. Das Verfahren müsse hinsichtlich der Wirkungssicherheit und des Arbeitsschutzes noch weiterentwickelt werden. Schulungen der Landwirte seien notwendig, und die Tierärztevorbehalte für Isofluran müssten gelockert werden. Die Geräte müssten technisch verbessert und Wege zur Erstattung des Mehraufwands für die Alternativverfahren aufgezeigt werden.

Lokale Anästhesie (der vierte Weg) sei gangbar, aber nicht so wie in Dänemark. Aber auch sonst sei eine sachgerechte lokale Betäubung mit den derzeit zur Verfügung stehenden Präparaten und Methoden nach dem neuesten wissenschaftlichen Stand selbst durch den Tierarzt zulassungskonform kaum machbar. Es ist anzustreben, die Methode in einer zweijährigen Übergangsfrist, auf die das AEF hofft, so weiterzuentwickeln, dass sie durch den geschulten Tierhalter anwendbar ist.

Bartels und Abeling kritisierten, dass das Bundeslandwirtschaftsministerien erst kürzlich Forschungsaufträge vergeben habe, um für das Tier schmerzfreie Methoden untersuchen zu lassen. Das hätte viel früher geschehen müssen. Sie fordern einen runden Tisch, an dem alle Marktbeteiligten sitzen. Hier sei jetzt das Bundeslandwirtschaftsministerium am Zug. Sollten keine schnellen und umfassenden Vereinbarungen zustande kommen, werde es es Marktverwerfungen zu Lasten der niedersächsischen und deutschen Landwirtschaft kommen.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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