Vechta „Böse Zungen könnten sagen, dass ich jetzt ein eigenes Haus für meinen Vogel habe.“ Vechtas Bürgermeister Helmut Gels war bestens gelaunt, als er am Donnerstag ein hölzernes Vogelhaus aus der Produktion des Strafvollzugs in Vechta erhielt – als Dank dafür, dass die Stadt das Rathaus für den Empfang „200 Jahre Strafvollzug in Vechta“ zur Verfügung gestellt hatte, aber auch als Dank für die gute Zusammenarbeit der Stadt mit den Vollzugsanstalten.

Gels wiederum dankte im Namen der Stadt und des Rates den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt für Frauen Oliver Weßels und seiner Stellvertreterin Petra Huckemeyer sowie der Justizvollzugsanstalt für Jungtäter Rainer Karsten und Dr. Manfred Krohn. Man arbeite in der Tat gut zusammen, und der Bürgermeister machte das auch an kulturelle Dingen fest. Er erinnerte an die Theater- und Konzert-Aufführungen im Innenhof des Frauengefängnisses und an die vielen Ausstellungen, die dort schon gelaufen seien.

Ins selbe Horn stieß auch Christiane Jesse. Die Abteilungsleiterin aus dem Niedersächsischen Justizministerium verwies zudem darauf hin, dass die Vollzugsanstalten in Vechta 400 sichere Arbeitsplätze bieten, die Hälfte davon für Frauen. Durch fortwährende Investitionen fließe auch viel Geld in die Stadt: Allein in den vergangenen zehn Jahren seien es 205 Millionen Euro an Personal- und Sachkosten gewesen.

Karsten und Weßels bedankten sich bei allen ehrenamtlichen Helfern, bei den Firmen, Kirchen und Vereinen, die den Vollzug unterstützen. Die Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft sei eine zentrale Aufgabe des Vollzug und dabei erführen sie große Unterstützung. Auch der Handel und das Handwerk steuerten ihren Teil zum Funktionieren des Vollzugs bei - und sei es durch Auftragsarbeiten an die Betriebe in den Anstalten.

Dass das nicht immer so war, zeigte Axel Fahl-Dreger in seinem Festvortrag auf. Der Leiter des Museums im Zeughaus – früher auch mal ein Gefängnis – verwies in unterhaltsamer Weise darauf, dass es zum Beispiel um 1848 noch gar nicht so gut um das Mitein­ander von Stadt und Gefängnis stand. Durch kluge Politik sei der Konflikt aber alsbald entschärft worden.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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