VECHTA „Jetzt geht es darum, eine gute Lösung für die Zukunft zu finden. In der Krise liegt auch eine Chance.“ So kommentiert Oberstudiendirektor Johannes Funken, Leiter Liebfrauenschule (ULF) Vechta, Meldungen, wonach die Schwestern Unserer Lieben Frau planen, das Mädchengymnasium (894 Schülerinnen) und die Berufsbildende Schulen Marienhain (Altenpflege, Heilpädagogik, Sozialassistenz), abzugeben.

Problematische Lage

Auf Anfrage sagte ULF-Provinzoberin Schwester Anneliese Stelzmann (Coesfeld): „Wegen finanzieller und personeller Probleme können wir die Trägerschaft auf Dauer nicht leisten. Wir arbeiten an einer Lösung.“ Stelzmann betonte, sie hätte es lieber gesehen, wenn die Abgabe-Pläne erst bei „Vorliegen konkreter Perspektiven“ publik geworden wären, und forderte „eine sachliche Diskussion“. Als Abgabegründe nannte sie neben sinkenden Schwesternzahlen, aktuell 335 in der deutschen Provinz, den Altersdurchschnitt: 77 Jahre. Hinzu komme, dass sich die Zahl der Ordensschwestern in den Kollegien reduziere, was die wirtschaftliche Situation verändere. Die Entscheidung über Zeitplan und Verfahren der Abgabe fällt der ULF-Provinzrat. Er tagt im Januar 2012. Die Oberin geht aber nicht davon aus, dass dann schon Entscheidungen zu Vechta fallen.

Das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) Vechta kann, so Presseprecher Peter Waschinski, „nicht allein die Trägerschaft der Liebfrauenschule übernehmen“. Er verwies auf die Übernahme der „ULFen“-Gymnasien in Wilhelmshaven, Oldenburg und Cloppenburg“, durch das BMO. Was die Fachschule Marienhain (laufender Landkreiszuschuss: 75 000 Euro) betreffe, sei „das Offizialat mit dem Orden im Gespräch, die Trägerschaft zu schultern“.

„Völlig überrascht“ und konsterniert über Pläne zur Abgabe zeigte sich Alexandra Lück-Seidel, Vorsitzende des „ULF“-Schulelternrats. Im „ständigen Ausschuss zur Schulentwicklung“ sei das kein Thema gewesen. „Offiziell nichts von einer Abgabe gewusst“, hat die Fördervereinsvorsitzende Zita Siemer. Beim jüngsten „Zukunftsgespräch“ mit der Provinzoberin sei davon keine Rede gewesen. Sie hofft, „dass es irgendwie weitergeht“.

Landrat Albert Focke (CDU) erklärte der Kreis Vechta als sei bei der Abgabe ein es Gymnasiums aus freier Trägerschaft gesetzlich zur „Beschulung“ betroffener Schüler verpflichtet. Im Falle des „ULF“, das 2011 mit 394 500 Euro bezuschusst wird, werde der Kreis helfen, „Lösungen mit dem Ziel der Fortführung der Schule“ zu finden. Derzeit liefen Abstimmungen über Gesprächstermine mit verschiedenen Stellen. Er gehe von ersten Treffen Anfang 2012 aus.

Abgabe ein Thema

Nach NWZ -Informationen steht eine Abgabe bereits seit längerer Zeit im Raum. Bislang galt allerdings 2015 als mögliches Zeitfenster.

Gesichert ist der Bestand des Kollegs St. Thomas der Dominikaner als zweitem Vechtaer Ordensgymnasium 2004 hatte sich das Kapitel der Provinz Teutonia klar zur einzigen Schule der Predigerbrüder bekannt.

Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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