VECHTA Ein seit längerer Zeit erkennbarer Trend spitzt sich zu. Im Oldenburger Münsterland (OM) fehlen 2011 voraussichtlich mehr als 3000 Fachkräfte. Besonders betroffen sind Sparten wie das Gesundheitswesen, die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, die Kunststoffindus­trie und der Bau. Rein rechnerisch werden in diesen Branchen zwischen 235 und 590 Fachkräfte mehr benötigt, als der Markt bietet.

Perspektiven schaffen

Diese Prognose haben Experten der Agentur für Arbeit (AA) sowie Personalchefs und weitere Arbeitsmarktpartner wie die Wirtschaftsförderer der hiesigen Landkreise oder Günter Jans („Perso Plankontor“, Lastrup) und Günter Aden („Rehau“, Visbek) bei einem Treffen in Vechta gewagt. Ziel der Begegnung, zu der die „AA“ eingeladen hatte, war die Entwicklung einer regionalen Beschäftigungsstrategie zur Sicherung von Fachkräften, so „AA“-Leiter Dr. Thorsten Müller. In sechs Monaten kommt die Runde erneut zusammen.

Die Ermittlung des Fachkräftebedarfs im „OM“ basiert auf der Einschätzung der Situation durch Arbeitsmarktexperten. Hinzu kommt die Auswertung des regionalen „Arbeitsmarktmonitors“ (die NWZ  berichtete). Möglichkeiten, dem Fachkräfteengpass zu begegnen, bieten beispielsweise verstärkte Investitionen in Ausbildung sowie die Erhöhung der Frauenerwerbsquote und die Erhöhung des Anteils älterer Beschäftigter ab 55 Jahren.

Initiativen sind gefragt

Etwa bei berufstätigen Frauen liegt das „OM“ derzeit mit 42 Prozent unter dem Wert im Bund. Jedoch bedürfe es gerade bei diesen Lösungsansätzen noch eines Umdenkens in vielen Betrieben. Erste Anfänge in diese Richtung liefen allerdings bereits, so etwa Dr. Michael Hoffschroer von der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, Auch die Nutzung der Freizügigkeit in der Europäischen Union (EU) sowie die Qualifizierung von Beschäftigten und Erwerbslosen bietet weitere, bislang noch nicht oder nicht erschöpfend genutzte Potenziale.

Das angestrebte Ziel aller Beteiligten ist ein „Fachkräftesicherungspakt“, den es mittelfristig anzugehen gilt. Für 2011 gilt es zunächst, an der Deckung des errechneten Fehlbedarfs zu arbeiten.

Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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