Vechta Karneval und Burgmannen in Vechta – dass da ein Zusammenhang besteht, ist zumindest seit dem Jahre 1501 belegt. Damals trug der Bischof von Münster, Conrad von Rietberg, dem Amtmann von Vechta auf, den Burgmannen zu Vechta alljährlich am Dienstag in Fastnacht eine Tonne Fastnachtsbier zu spendieren. Dieser historische Zusammenhang bewog den Vorstand des Vechtaer Carnevals-Clubs, 1999 erstmals einen Burggrafen zu ernennen, um Personen zu ehren, die sich besonders um die Pflege des Heimatgedanken und die Erforschung der Heimatgeschichte verdient gemacht haben.

Doch bei der einen Ehrung in Form einer Ernennung zum Burggrafen sollte es nicht bleiben, denn schon 2002 stand fest: Jedes Jahr soll im Rahmen des Burggrafenmahls in den Räumen des alten Zeughauses eine verdiente Persönlichkeit mit einer besiegelten Ernennungsurkunde und dem Burgmannsignet in das altehrwürdige Burgmannenkollegium aufgenommen werden.

Soweit, so gut – doch Bernd Tepe, Ehrenpräsident des Vechtaer Carnevals Clubs (CCV), und seine närrischen Mitstreiter konnten nie ganz genau erklären, was denn nun ein Burgmann war und welche Aufgaben die einstigen Herrscher inne hatten. Und so beschlossen die Karnevalisten gemeinsam mit dem Museum Vechta, eine neue Abhandlung in Auftrag zu geben. Mit Historiker Ralf Weber, der sich in der Region bereits einen Namen gemacht hat, war schnell die richtige Person für das Projekt gefunden.

Jetzt stellten Museumschef Axel Fahl-Dreger, Ehrenpräsident Bernd Tepe, Historiker Ralf Weber und Tobias Avermann, Fachbereichsleiter bei der Stadt Vechta, das neue Heft „Das Burmannskollegium zu Vechta“ vor. Dreh- und Angelpunkt des Lebens eben jener Burgmannen war die Burg, „sie ist der Nagel, mit dem die Herrschaft ins Land geschlagen wurde“, erklärte Weber beim Pressetermin. Wahrscheinlich um 1080 vom Osnabrücker Bischof Benno II. errichtet, war es seit dem 13. Jahrhundert Aufgabe der Burgmannen, die Festung der Macht zu verteidigen und sich um die Geschäfte zu kümmern. Sie hatten somit die Burghut inne. Das Konstrukt endete im Jahr 1803, als das bisherige Fürstbistum Münster zerfiel, unter sechs Landesherren aufgeteilt wurde und Vechta an das Herzogtum Oldenburg ging.

In den einzelnen Kapiteln des Büchleins erfahren Interessierte mehr über die Rechte der Burgmannnen, aber auch Aufgaben, Pflichten und Ämter eben jenes Burgmannskollegiums, das die Karnevalisten umtrieb. Neben einer Darstellung der Geschichte enthält das Buch ein Kapitel zu historischen Fasnachtsbräuchen und deren Verbindung zum Burgmannskollegium sowie erstmals Abbildungen zu Rekonstruktionen der Burg Vechta in verschiedenen Jahrhunderten.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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