VECHTA Das Kreuz als stärkendes Symbol und nicht als etwas Trennendes: So hätte sich Schulleiter Oberstudiendirektor Peter Rörsch den Titel der „Nordwestradio unterwegs“-Sendung „Mit dem Kreuz im Nacken – Die Debatte um Kruzifixe in Schulen“ am Dienstag, 18. Mai, aus der Aula am Gymnasium Antonianum Vechta (GAV) gewünscht.

Blick über den Tellerrand

Der Anteil islamischer und sonstiger Schüler dort liegt aktuell bei 7,2 Prozent. Die Diskussion verfolgten 17- und 18-Jährige Oberstufenschüler, je ein katholischer und ein evangelischer Religionskursus sowie die Besucher eines Kurses „Werte und Normen“ .

Den Anstoß für die Diskussion hatte Niedersachsens neue Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) mit ihrer – nach heftige Protesten richtig gestellten – Aussage geliefert, nach der christliche Symbole nicht in staatliche Schulen gehörten (die NWZ  berichtete). Auf dem Podium saßen neben Rörsch der CDU-Landespolitiker Karl-Heinz Klare, die hiesige SPD-Frontfrau Kristina Stuntebeck, die Theologin Dr. Gabriele Lachner sowie der Muslim und Religionspädagoge Jörg Ballnus. Verstärkung erhielten sie von drei Antonianerinnen des 12. Jahrgangs. Die Schülerinnen, darunter eine Muslima, plädierten für Toleranz. Sie betonten, dass sie ein Kreuz im Klassenzimmer nicht einenge.

Wer Polarisierendes von der Debatte erwartet hatte, wurde enttäuscht. Vielmehr ging es in den Beiträgen um die Hintergründe regionaler Traditionen. Die seien, darüber herrschte Einigkeit über Parteigrenzen hinweg, nicht durch ein Gericht oder per Erlass außer Kraft zu setzen. Darauf verwies besonders der Christdemokrat Klare. Ein weiterer Fokus lag auf der Vermittlung von Inhalten, die hinter Begriffen wie „Werte“ und „Orientierung“ stehen – ein Feld, auf dem sich das GAV seit nunmehr nahezu 300 Jahren in der Pflicht sieht.

Eltern entscheiden

Dabei spiele, so die Podiumsmitglieder, das Wort Integration eine tragende Rolle. So lud Ballnus zum „interreligiösen Miteinander“ ein, während Stuntebeck ein Ja oder ein Nein zum Kreuz im Klassenraum vom Elternwillen abhängig machte.

Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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