Vechta Obwohl die Zahl der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Offizialatsbezirk Oldenburg leicht rückläufig ist - 72 KÖB und sieben Krankenhausbibliotheken sind es aktuell - steigt ihre Qualität und Nutzung. Das hat Arnold Kalvelage, der das Büchereiwesen im Bischöflich Münsterschen Offizialat (BMO) Vechta betreut, jetzt gesagt. Festmachen kann er das an Kennzahlen. „Unsere Büchereien achten auf eine ständige Aktualisierung ihres Bestandes, im Schnitt werden bis zu fünf Prozent jährlich ausgetauscht.“ Die Besucher, unter ihnen etwa 35 000 Stammkunden (plus 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr), liehen 2016 insgesamt 914 304 Medien aus. „Jedes Medium wurde also im Schnitt 2,5 Mal ausgeliehen“, sagt Kalvelage weiter. Der bundesweite Vergleichswert liegt bei 1,7.

Ein weiterer Wert sind kulturelle Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Mehr als 2100, im Durchschnitt 27 pro Einrichtung, zogen 2016 mehr als 485 000 Besucher an. „Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, da uns ein Viertel aller Büchereien keine Besucherzahlen ermittelt hat“, erklärt der BMO-Mitarbeiter. Der Schwerpunkt liegt auf der Leseförderung für Kinder.

Die Größenordnungen der Büchereien schwanken sehr, die kleinsten haben gerade mal 1000 Medien, die größte – die Edith-Stein-Bücherei in Cloppenburg – 40 000. Zusammen verfügen sie über 364 459 Medien. Dazu gehören Bücher, Spiele, Filme, Zeitschriften und E-Books. Als Geschäftsführer verwaltet Kalvelage auch die Zuschüsse zum Ankauf von Medien über 260 000 Euro.

Werden die Betreuung und Pflege des Bestandes schlechter, wirkt sich das auf die Zahl der Besucher und der Ausleihen aus. Die Angebote stehen und fallen mit gutem Personal. Und da bestehe tatsächlich ein Problem, denn es werde immer schwerer, ausreichend Kräfte zu finden, gibt der Geschäftsführer zu.

Die meisten Einrichtungen werden ehrenamtlich betreut, 389 Ehrenamtliche haben 89 000 Arbeitsstunden geleistet. Dazu kommen 31 hauptamtliche Mitarbeiter – zumeist in Teilzeit. Eine hauptamtliche Kraft lohnt sich erst ab 10 000 Medien. „Ohne das Engagement der vielen Ehrenamtlichen würde keine KÖB funktionieren“, drückt ihnen Kalvelage seinen Dank aus.

In den vergangenen Jahren wurden die Büchereien deutlich modernisiert. Mit Unterstützung des Generalvikariats in Münster kam 2013 das Verwaltungssystem „Bibliotheka“. Viel Aufmerksamkeit erzeugte die Einführung digitaler Medien unter dem Schlagwort „lies-e“. Zehn Einrichtungen bieten diesen Service inzwischen an, einige tauschen digitale Medien sogar untereinander aus. „Dadurch haben wir keine Kunden verloren, sondern eine neue Zielgruppe – Männer zwischen 40 und 60 Jahren – erschlossen“, erklärt Kalvelage, der mit Hilfe der Fachstelle Büchereien in Generalvikariat Münster Weiterentwicklungen, Konzepte und Schulungen für das Büchereipersonal organisiert.

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