Vechta „Der Ausbildungsmarkt im Oldenburger Münsterland ist stabil und ein wichtiger Baustein der heimischen Fachkräftesicherung. Die Integration von Flüchtlingen in eine berufliche Ausbildung ist eine wesentliche Herausforderungen für die Betriebe und Arbeitsmarktpartner in der Region“, lautet das Fazit der Arbeitsagentur und der Kammern zur Bilanz des Ausbildungsjahrs 2015/2016, die am Donnerstag in Vechta gezogen wurde.

Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat bis Ende Oktober 4177 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Dies ist ein Rückgang um 1,3 Prozent oder 57 Verträgen. Die größten Veränderungen gab es im Versicherungsbereich mit plus 26,6 Prozent (17 Verträge), im Bausektor mit minus 20,5 Prozent (26 Verträge) und im Bereich Gastronomie mit minus 12,3 Prozent (41 Verträge). Im Landkreis Vechta gibt es insgesamt 5,2 Prozent (41 Verträge) weniger Ausbildungsstellen, im Landkreis Cloppenburg ein Plus von 3,2 Prozent (19 Verträge).

Weniger Schulabgänger

„Der Ausbildungsmarkt wird sich demografisch bedingt sehr verändern. Durch die sinkende Zahl von Schulabgängern und die starke Studierneigung können Unternehmen weniger Ausbildungsstellen besetzen. Die Betriebe, insbesondere in der Gastronomie und in vielen gewerblich-technischen Berufen, müssen das Image ihrer Berufe verbessern“, erklärte Stefan Bünting, stellvertretender Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK.

Wie schon in 2015 kann das Handwerk im Landkreis Cloppenburg auf hohe Ausbildungszahlen verweisen. So bewegt sich die Zahl der bislang eingetragenen neuen Ausbildungsverhältnisse mit deutlich über 600 auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Bei der beruflichen Integration von Asylbewerbern sieht Detlef Irmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, trotz einiger Erfolge noch Hürden.

Im Kreis Vechta sind zum Stichtag 30. September 465 neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrolle eingetragen worden. Das entspricht einem Rückgang von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl derer, die nach dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule eine duale Ausbildung beginnen, ist nach Einschätzung der Kreishandwerkerschaft Vechta auch im Kreis Vechta viel zu niedrig, bilanzierte Dieter Mertens, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Hoffnung Flexi-Rente

Das Fachkräfteproblem im Handwerk verschärft sich weiter. Die Flexi-Rente kommt nach Ansicht der Kreishandwerkerschaft zum richtigen Zeitpunkt.

Im vergangenen Berufsausbildungsjahr (Oktober 2015 bis September 2016) meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter 3204 Ausbildungsstellen zur Vermittlung. Das waren 312 oder 10,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Harald Büge, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta, stellt dem hiesigen Ausbildungsmarkt ein gutes Zeugnis aus: „Dass die Zahlen der gemeldeten Bewerber und der gemeldeten Ausbildungsstellen mit jeweils über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen sind, spricht für die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe.“

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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