EMSTEK Mit 47-Nein-Stimmen hat die Mitgliederversammlung der Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft Emstek (EVG) am Donnerstagabend die vom Vorstand angestrebte Verschmelzung mit der GS agri in Schneiderkrug abgelehnt. 120 der 182 stimmberechtigten Mitglieder hatten zwar mit Ja gestimmt, aber die notwendigen 75 Prozent wurden verfehlt. Nicht nur beim Vorstandsvorsitzenden Josef Lamping war die Enttäuschung groß.

Dass die Generalversammlung bei „Backhaus“ nicht ohne Spannungen ablaufen sollte, machte auch die große Besucherzahl deutlich. Allen war klar, dass der EVG mehr als 560 000 Euro fehlen. Georg Lemathe vom Genossenschaftsverband Weser-Ems erläuterte den Geschäftsbericht: Ursache für den Fehlbetrag sei der Preisverfall bei Getreide und Mais: „Die Spekulation mit dem Getreidepreis ist eigentlich ein ganz normales Geschäft und hat viele Jahre funktioniert.“ Die Rücklagen der EVG seien nicht ausreichend gewesen.

Mit der Fassung ringen musste Lamping, als er über einen Brief der Agravis-Raiffeisen AG in Münster berichtete, den Lemathe mitgebracht hatte. Die Agravis, Dachverband der Genossenschaften, lehne eine weitere finanzielle Unterstützung der EVG ab. Lamping appellierte nochmals an die Mitglieder, einer Verschmelzung mit der GS agri zuzustimmen.

Bei der anschließenden Diskussion wurde der Vorstandsvorsitzende der GS agri, Anton Krömer, aufgefordert, eine Garantie für den Bestand der Einrichtung in Emstek zu geben. „Sie können mich beim Wort nehmen, unser Ziel ist die langfristige Erhaltung des Standortes Emstek.“ Und weiter: „ Wenn die Außenstelle in Emstek angenommen wird, wird sie auch erhalten. Wir werden jedoch keine Außenstelle ohne Umsatz aufrechterhalten.“

Anregungen, auch mit anderen zu verhandeln, wurden vom Vorstand aus Zeitgründen abgelehnt. „Wir können nicht anders, uns steht das Wasser bis zum Hals“, warb Lamping nochmals für den Verschmelzungsvertrag.

Obwohl Vorstand und Aufsichtsrat mehrheitlich entlastet wurden, wollten beide im Falle einer Ablehnung der Verschmelzung nicht wieder kandidieren. Nach dem für ihn niederschmetternden Nein zog er sich zur Beratung zurück. „Wir werden heute keinen zweiten Wahlgang durchführen“, so Lamping nach der Unterbrechung weiter. „Wir wollen keine Insolvenz.“ Dies war auch der Grund, dass sich Lamping und der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Thobe wieder zur Wahl stellten und auch gewählt wurden.

In 14 Tagen soll ein erneuter Anlauf genommen werden. Die GS agri entscheidet während ihrer Generalversammlung am Montag in der Cloppenburger Stadthalle.

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