Varel Im Juli hat der Rat vier Frauen geehrt, nach denen Straßen benannt wurden. Im Neubaugebiet zwischen Hafenstraße und Moorhausener Weg wurden Straßen nach der Malerin Olga Potthast, der Künstlerin Judith von Eßen, der Politikerin Susanne Ostendorf und der in einem Konzentrationslager ermordeten Jette Weinberg benannt (die NWZ  berichtete am 25. Juli: „Vier Straßen nach Frauen benannt“).

Gibt es noch weitere Straßen, die nach Frauen benannt werden könnten? Wilfried Alberts, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales, weist auf eine Liste hin, die in der Stadtverwaltung geführt wird. Vareler Bürger, aber auch die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Kückens und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Ratsmitglieder haben Vorschläge gemacht – sowohl für Männer als auch für Frauen, die sich in Varel engagiert und verdient gemacht hatten.

Viele Namen

Vorschläge für Straßenbenennungen: Willy Brandt, August Bebel, Walter Bräunlich, Ferdinand Hardekopf (Schriftsteller), Franz Radziwill (Maler), Heinrich Schütte (Geologe und Naturforscher), Wilhelm Hegeler (Schriftsteller), Fritz Noß (Architekt), Julius Preller (Maler), Garlich Uhlhorn (Unternehmer), Anton Wilhelm Strahl (erster Vareler Bürgermeister), Ludwig Weiß (jüdischer Kaufmann, 1938 in Sachsenhausen ermordet).

Weitere Persönlichkeiten: Liselotte Köhlenbeck, Ingeborg Ulrich, Charlotte Amelie de la Tremoille, Sophie Zahn (1918 bis 1987; wegen angeblicher Kontakte zu polnischen Zwangsarbeitern ins Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt).

Die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Kückens hatte unter anderem die Tanzlehrerinnen Gerda Behrens (1904 bis 1992) und Hildegard Feige (1909 bis 2006) vorgeschlagen, auch Charlotte Sophie von Bentinck. Weitere Frauen, nach denen Straßen benannt werden könnten, sind die Opernsängerin Hildegard Behrens (geb. 1937 in Varel, verstorben 2009 in Tokio) oder die Malerin Trude Rosner-Kasowski. Einen weiteren und interessanten Vorschlag zur Würdigung von Frauen hat Dr. Heiko Scheepker beigesteuert. Er schlägt die Dichterin Dorothea Fuhrken (1722 bis 1775) vor. Sie wuchs in Neustadtgödens auf, besuchte die Schule und erhielt möglicherweise auch Privatunterricht. Sie beherrschte die antiken Sprachen Griechisch, Latein und Hebräisch. Sie verfasste Gedichte und wurde später in die Deutsche Gesellschaft zu Göttingen aufgenommen. Die Göttinger Universität erklärte sie zur kaiserlich gekrönten Poetin. In Varel wurde Dorothea Fuhrken begraben.

Die Vorschlagsliste hatte die Gleichstellungsbeauftragte vorgelegt, um das Ungleichgewicht zwischen „männlichen“ und „weiblichen“ Straßennamen zu korrigieren. In der Tat sind die meisten nach Persönlichkeiten benannten Straßen nach Männern benannt.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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