Varel Die Auswahl war einst groß. Die jungen Leute aus Varel und umzu konnten sich in den guten alten Zeiten an den Abenden aussuchen, in welche Disco sie zum Feiern gehen wollten: Deutsche Eiche, H 9, Sir George, Disco im Allee-Hotel oder bei Haßmann. Diese blühende Landschaft ist indes längst verwelkt.

Als einer der letzten hat Ende der 1990er-Jahre die ehemalige Deutsche Eiche geschlossen. Das Gebäude mit dem großen Saal am Dwohkuhlenweg 3 ist längst abgerissen, und auf dem Areal entstanden Wohnhäuser. „Die ,Deutsche Eiche‘ gehört eben zu jenen Kindheitserinnerungen, die man nicht vergisst“, schrieb Ralf Onken Ende 2014 auf dem NWZ-Portal „Mein Varel“. „Ihre Geschichte aber reicht viel weiter zurück. Sie beginnt am 6. Dezember 1718, als Graf Anton von Aldenburg eine geschriebene Urkunde den so genannten Eilo Eichlers Krug an dem Förster Oberländer übertrug. Im Jahre 1906 wurde das Gebäude durch einen großen Saalbau ergänzt.“

In den 1920er- und 30er Jahren lockte die „Deutsche Eiche in Obenstrohe selbst Marinesoldaten aus Wilhelmshaven an. Die große Disco- und Konzertzeit brach aber in den 70ern an. 1976 gaben sich die Stars die Klinke in die Hand. Im Januar war Peter Maffay zu Gast, im Februar sang Juliane Werding und im Juni Joy Fleming.

Wer hat noch Fotos?

Die große Zeit der Diskotheken in Varel ist längst vorbei. Vergessen ist sie aber noch nicht. Viele Besucher erinnern sich noch gerne daran zurück. Der beste Tanz unter der Discokugel, der erste Kuss im dunklen Separee oder ein Auftritt eines Stars, der unvergessen bleibt: Teilen Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns Ihr schönsten Erinnerungen an die Vareler Disco-Szene mit. Schicken Sie uns alte Fotos oder Dinge, die sie aus den früheren Läden „gerettet“ haben, zum Beispiel Getränke- oder Eintrittskarten. Melden Sie sich unter Tel. 04451/2500 oder per E-Mail an red.varel@nwzmedien.de.

Nach einigen Auf und Ab und einem Zwischenspiel als Diskothek „Rainbow“ ließen Wilfried und Birgit Kuhlmann die „Eiche“-Tradition wieder aufleben. Sie eröffnete dann am 29. April 1993 die Diskothek „Deutsche Eiche“. Drei Theken luden auf 400 Quadratmetern zum Entspannen, Trinken und Plaudern ein, und es gab auch ruhige Plätzchen für den gemütlichen Plausch oder den heißen Flirt. Damals das Non-plus-Ultra: Zwei Plattenspieler und zwei CD-Player, Nebelschwaden und ein Sternenhimmel an der Decke des großen Saals.

Am 5. Dezember 1997 hatte der letzte Betreiber das Lokal übernommen und unter dem Namen „Mikel’s Dancing Hall“ betrieben. „Alles wird gespielt – nur kein Techno“, warb Inhaber Michael Finke damals im „Gemeinnützigen“. Das Geschäft lief gut. Bis er die Disco in einer Nacht- und Nebelaktion schloss.

Auch in anderen Discos wurde damals getanzt und gerockt. Das H 9 machte Ende der 1980er Jahre vor allem wegen des DJ Otto Sell von sich Reden, der in Neuenwege regelmäßig auflegte. Beliebt bei den Gästen war auch die kleine Disco am Neumarkt „Sir George“ später auch nur „M“ genannt. Eröffnet 1977, endete dort der Musik- und Tanzbetrieb in den 1990er Jahren.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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