Angriff Auf Flugzeugträger
Der Untergang der „Ark Royal“

Die Torpedierung mehrerer Schiffe der Alliierten durch die Deutschen erhellt die Stimmung an Bord von U96.

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Samstag, 15. November 1941 Sogar mit E Maschinen nach oben! Übten gestern abend und in der Nacht Alarmtauchen, weil es das erstemal nicht gut funktionierte. Auch Ausfälle und Störungen wurden eingelegt. Ab 04 Uhr marschieren wir unter Wasser weiter bis 09 Uhr. Haben dann noch 15 sm (Seemeilen) zu unserem Standort.

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Bis auf 44,2 m³ (Treibstoff) sind wir heute 00.00 Uhr gekommen! Das ist eine Menge noch! Hoffentlich geschieht aber noch etwas! Wenn wir so weiter auf der Stelle treten müssen, dann kommen wir in den allerersten Dezembertagen erst nachhause.

Dengel muß noch angehalten (werden), auf Kleinigkeiten mehr achtzugeben. Ist vielleicht schon ein bißchen zu großzügig und steckt manchmal vom Kdten (Kommandanten) etwas ein. Um 13 Uhr eine Sondermeldung: Im Mittelmeer versenkten Reschke und Guggenberger mit ihren UBooten den engl. Flugzeugträger „Ark Royal“ mit 1 Torpedo und beschädigten die „Malaya“ schwer, sodaß sie, vorn tieferlaufend, mit Schlepperhilfe nach Gibraltar mußte. Ein schöner Erfolg!

Der Flugzeugträger „Ark Royal“ nach einem Torpedotreffer am 14. November 1942. (Foto: picture alliance/AP) |
Der Flugzeugträger „Ark Royal“ nach einem Torpedotreffer am 14. November 1942. (Foto: picture alliance/AP) |

Vorgestern gegen Abend torpediert, gestern gesunken bzw. eingeschleppt. Gestern um 18 Uhr schon gaben die Engländer den Verlust der „Ark Royal“ zu! Dies ging ja wohl schnell. Die beiden Boote, die vor etlichen Tagen erst ausgelaufen sind, haben schon diesen Erfolg zu verzeichnen! – Die armen geprellten Italiener! Oha!

Einordnung des Tagebucheintrags von NWZ-Mitarbeiter Gerrit Reichert

Am 5. November hatte Friedrich Grade in seinem privaten Tagebuch notiert: „Hänschen Ey, Guggenberger und Reschke haben Karten für Mediterranée (Mittelmeer) mitzunehmen!“

Mindestens den U-Booten U 205 (Reschke) und U 81 (Guggenberger) war also der Durchbruch durch die enge Straße von Gibraltar ins Mittelmeer gelungen. Hier wurden die deutschen U-Boote ab November 1941 vom „Führer der Unterseeboote Italien“ befehligt. Im Mittelmeer operierten die U-Flottillen 23 und 29 mit Hauptstützpunkten Salamis (Griechenland) und La Spezia (Italien). Jedes Mittelmeer-Boot musste die von den Alliierten streng bewachte Straße von Gibraltar passieren. U 96 würde in wenigen Tagen den Marschbefehl nach La Spezia erhalten.

Der Flugzeugträger „Ark Royal“ war kurz zuvor aus dem Atlantik ins Mittelmeer zurückgekehrt. Hier beschädigte ihn ein Torpedotreffer von U 81 so schwer, dass er einen Tag später sank, ein Matrose kam dabei ums Leben. Der Satz „Die armen geprellten Italiener“ aus dem privaten Tagebuch Friedrich Grades bezieht sich auf zwei intensive Bomberangriffe der italienischen Luftwaffe auf die „Ark Royal“, die jeweils aber zu keinen Treffern führten.

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Von der „Ark Royal“ waren am 24. Mai 1941 Doppeldecker aufgestiegen, von denen einer die Ruderlage des deutschen Schlachtschiffes „Bismarck“ traf und so dessen Versenkung einleitete.

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