Nur Noch 36 Stunden
Ende in Sicht

Die 7. Feindfahrt von U 96 nähert sich dem Ende. Derweil gibt es Krankheiten an Bord.

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Freitag, 5. Dezember 1941 Heute morgen FT (Funktelegramm) an Bdu (Befehlshaber der U-Boote): „Stehen 36 Std vor Einlaufhafen!“ Also morgen um 15 Uhr sind wir bei „N1“. Horst Hamm meldet im Mittelmeer Versenkung von Erzdampfer „Menilla“. Ruhrerkrankungen an Bord. Will Arzt haben.

Einordnung des Tagebucheintrags von NWZ-Mitarbeiter Gerrit Reichert

Friedrich Grade erwähnt in seinem privaten Tagebuch den Namen Horst Hamm – so erfahren wir von einem weiteren U-Boot, dem im Spätherbst 1941 im Gegensatz zu U 96 der Gibraltar-Durchbruch gelang, nämlich U 562: „Horst Hamm meldet im Mittelmeer“.

Erst am 26. November hatte Grade in seinem Tagebuch den erfolgreichen Durchbruch von Wilhelm Dommes gemeldet: „Dommes ist schon im Mittelmeer“. Der Kapitänleutnant zur See Wilhelm Dommes hatte U 96 als Kommandanten-Schüler auf dessen zweiter Feindfahrt im Januar 1941 begleitet.

Dommes überlebte den Krieg und verstarb 1990 in Hannover.

Auch dem Kapitänleutnant Horst Hamm war Ende November 1941 mit U 562 offensichtlich der Durchbruch durch die Straße von Gibraltar geglückt. Als 1. Wachoffizier („I WO“) hatte er U 96 von seiner Indienststellung im September 1940 über dessen erste drei Feindfahrten bis Ende Februar 1941 begleitet.

Lesen Sie auch:Weitere Hintergrundartikel im „Das Boot“-Spezial von NWZonline.de

U 562 gehörte nach erfolgtem Gibraltar-Durchbruch zur 29. U-Flottille in La Spezia, Norditalien. So wie es ursprünglich auch für U 96 vorgesehen war. Die 29. U-Flottille wurde seit Oktober 1941 neu für das Mittelmeer gebildet, zusammen mit der 23. U-Flottille im griechischen Salamis. Dazu wurde der gesamte Stab des „Küstenbefehlshabers Nordfriesland“ mit Sitz in Cuxhaven nach Italien und Griechenland verlegt.

Horst Hamm überlebte wie so viele U-Boot-Fahrer den Zweiten Weltkrieg nicht. U 562 wurde am 19. Februar 1943 im Mittelmeer durch Wasserbomben vernichtet.

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