Donnerstag, 6. November 1941 Mit dem Tauchen heute früh um 04 Uhr habe ich auch nichts zu tun, denn Dengel „macht die Kleinigkeiten schon“, wie der Herzog (2. Wachoffizier Hardo Rodler von Roithberg) sich auszudrücken beliebt.

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Friedrich Grade war Leitender Ingenieur an Bord von U 96. Durch Lothar-Günther Buchheims Buch und den Film „Das Boot“ wurde die 7. Feindfahrt des U-Boots im Zweiten Weltkrieg weltbekannt. Heimlich schrieb der Oberleutnant zur See und Herzens“-Oldenburger Tagebuch. Exklusiv veröffentlicht diese Zeitung nach 75 Jahren das Tagebuch des Einsatzes vom 27.Oktober bis zum 6. Dezember 1941. Der heute 100-jährige Friedrich Grade ist der letzte Augenzeuge von U 96.

Ab 10.00 Uhr gehen wir im 3er-Stropp, denn mit Luftüberwachung ist hier nicht zu rechnen. Die Besatzung in der Zentrale macht Schwierigkeiten, aber der Zufall kommt mir zuhilfe. Trupat möchte gerne in der Zentrale mit Wache gehen, so habe ich denn einschl. Maat Böhnke 6 Mann zusammen. Es geht also gut so.

Auch heute ist die Fliegersuche ergebnislos. Um 21 Uhr gehen alle Boote 120 sm NW. Wenn wir gehofft und geglaubt hatten, daß das Wetter sich doch nun endlich mal beruhigen wollte, dann kann man wohl heftig enttäuscht sein. Man schimpft ob dieser ewigen und doch völlig nutzlosen Schaukelei. Buchheim sagt in seinem sächsischen Dialekt: „Das Schiff macht krumm!“.

Heute vormittag war „U 69“, Herr Zahn, in der Nähe. Nur ES-Austausch, sonst nichts weiter, denn das ist ja ein komisches Boot, das uns bisher nur irgendwie enttäuscht hat. Im Boot ist es heute warm. Außenbords auch 16°C. Buchheim geht heute abend 8-12 Dieselraumwache an den Abgasklappen.