Oldenburg Torben Wosik ist ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist, wenn Kinder interessengeleitet gefördert werden. Die Karriere des Vize-Europameisters von 2003 begann im elterlichen Wohnzimmer: Inspiriert von Tischtennis-Stars, die er im Fernsehen sah, begann er schon weit vor der Einschulung, auf dem Couchtisch zu spielen. „Bücher auf dem Tisch stellten das Netz dar“, erzählte Wosik am Donnerstag: „Die lagen aber nah bei mir, und je besser ich wurde, desto weiter wurden sie in die Mitte gerückt. Und jeder, der Zeit hatte, musste mit mir spielen.“

Clubs mit Nachwuchsabteilung können sich bewerben

Der Nachwuchsförderpreis ist mit insgesamt 15 000 Euro dotiert und wird von der Öffentlichen Oldenburg ausgelobt – in diesem Jahr in der Kategorie Tischtennis. Vereine aus dem Oldenburger Land mit einer Nachwuchsabteilung können sich bewerben. Ausgezeichnet werden: 1. die beste Nachwuchsarbeit, 2. die kreativste Bewerbung und 3. ein*e besonders engagierte*r Trainer*in mit dem Ehrenamtspreis. Einsendeschluss ist der 18. Mai.

    www.oeffentlicheoldenburg.de/nachwuchsfoerderpreis

Im Alter von vier Jahren nahm er dann schon mehrmals wöchentlich am Vereinstraining in Hamm (Westfalen) teil, mit 13 ging er auf ein Sportinternat. Dort hatte er oft bis 15 Uhr Schule, und dann noch einige Stunden Training. „Das war schön, aber auch anstrengend“, meinte er. Jedoch könne man durchaus Deutscher Meister werden, wenn man später als er mit dem Spielen anfängt. Man muss auch kein Naturtalent sein, um Profi zu werden – wenn das Umfeld stimmt.

Diese Erfahrung hat Wosik gemacht, und die möchte er weitergeben. Deshalb sei der inzwischen 46-Jährige, der eine Tischtennis-Akademie in Böblingen leitet, sofort an Bord gewesen, als ihn Ulrich Skrowny gefragt hat, ob er als Schirmherr für den sechsten Jugendförderpreis der Öffentlichen Oldenburg fungieren möchte. Dieser wird in der Kategorie Tischtennis ausgelobt.

Wosik kennt Oldenburg seit einigen Jahren: mit dem Ü-40-Team des OTB wurde er zweimal Deutscher Meister, zuvor hatte er Trainingsstunden für Kinder und Jugendliche gegeben. Angetan erzählt Wosik von seinem ersten Besuch in Oldenburg. „Ich kam an, und der Parkplatz war voller Autos. Da habe ich gefragt, was hier noch für eine Veranstaltung stattfindet. Antwort: Keine. Alle waren wegen mir da.“

Das zeigt: Frühere Stars entfachen Begeisterung. Das werde in Deutschland zu selten genutzt, betonte Wosik, als es um das Thema Ehrenamt ging. „Herzlichen Dank“, richte er an „alle Trainer, die sich engagieren und damit „Kinder glücklich machen“. Aber es gebe dabei Luft nach oben. Es gebe zu wenige Betreuer, die wirklich „Systemtraining“ machen, statt auch in Übungsstunden „nur Matches“ spielen zu lassen. Außerdem kritisiert er, dass zusätzlich zur A-Lizenz ein dreijähriger „Diplomtrainer“-Lehrgang nötig ist, um ein Bundesligateam in der Jugend zu trainieren.

In China sei das System in dieser Hinsicht besser – und da würden auch mehr Ex-Nationalspieler in der Jugendarbeit mitwirken. Nicht nur deshalb freut sich Wosik aber auf Bewerbungen der zahlreichen Tischtennis-Vereine aus dem Oldenburger Land: „Ich möchte meinen Teil zur Jugendförderung beitragen“, betonte Wosik.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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