Schwaneburg /Sedelsberg Die Urlaubssaison steht vor der Tür: Die Koffer sind gepackt und das Hotel ist gebucht. Nur was passiert mit dem Haustier während Herrchen und Frauchen es sich gut gehen lassen? Obwohl es mittlerweile verschiedene Möglichkeit gibt, seine Vierbeiner in der Urlaubszeit versorgen zu lassen, landen immer noch viele Tiere auf der Straße oder in fremden Gärten, erklärt Claudia Mikkelsen, Mitarbeiterin im Tierheims Sedelsberg. Besonders vor der Ferienzeit steige die Zahl der Fundtiere.

Neben Hunden und Katzen werden mittlerweile auch immer wieder Kleintiere ausgesetzt. Im Hausgarten, auf der Wiese oder im Stadtpark Friesoythe werden Kaninchen und Co. gefunden. Dass Hunde und Katzen durch einen Chip gekennzeichnet werden müssen, schreckt einige Haustierbesitzer nicht ab, ihre Vierbeiner auszusetzen. „Auch wenn die Tiere mit einem Chip versehen werden müssen, heißt das nicht, dass das auch alle machen“, so Mikkelsen. Zudem müssten die Tierhalter Hunde und Katzen noch bei einer Organisation registrieren lassen, damit das Tier dem Besitzer überhaupt zugeordnet werden könne.

Doch warum werden Tiere ausgesetzt? Bequemlichkeit, die Wegwerfmentalität und Gedankenlosigkeit, nennt Mikkelsen als Gründe. Sie rät daher, sich schon vorm Anschaffen eines Tieres genau zu überlegen, wo das Tier in der Urlaubszeit unterkommen könnte.

Welche Optionen es für Tierhalter im Urlaub gibt, hat die NWZ zusammengestellt.

Tierpension

Jeweils zehn Plätze für Hunde und Katzen bietet Anja Witting in ihrer „Tierpension mit Herz“ in Schwaneburg. Bereits seit 13 Jahren kümmert sie sich auf ihrem Hof um die Vierbeiner von Urlaubern, aber auch im Krankheitsfall nimmt sie Tiere bei sich auf. Wenn der Platz verfügbar ist, können auch andere Kleintiere bei ihr unterkommen. „Ich bin meist sehr ausgebucht“, erklärt Witting. „Gerade in Ferienzeiten sollte man sehr früh buchen.“

Die Hunde kommen in einzelnen Zimmern mit Auslauf unter. Vertragen sich die Hunde untereinander, haben sie auch die Möglichkeit miteinander zu spielen. Eine komplette Rudelhaltung lehnt die 49-Jährige ab. Denn dann gebe es viel Zoff wegen Kleinigkeiten. Da jeden Tag Hunde kommen und gehen, gebe es zudem Streitigkeiten wegen der Rangordnung. „Das Rudel formiert sich jeden Tag neu.“

Die Katzen wohnen während eines Aufenthalts in der Tierpension in zwei fünfer Zimmern. Jede Katze könne sich jedoch in ihrem eigenen Unterschlupf verstecken. „Sie müssen sich also nicht mögen“, sagt die Inhaberin der Pension.

Insulin, Herzmedikamente und spezielles Futter: Auch anspruchsvolle Gäste nimmt Witting bei sich auf. „Es gibt sehr viele Hunde, die Medikamente mitbringen“, weiß Witting. Für den Mehraufwand müssten die Tierhalter einen kleinen Aufpreis zahlen. Ansonsten kostet die Tierpension für Hunde pro Tag 12,50 Euro und für Katzen 7,50 Euro pro Tag. Die Besitzer müssen einen gültigen Floh- und Impfschutz ihrer Tiere vor ihrem Aufenthalt nachweisen. Katzen müssen zudem kastriert sein.

Neben der Pension von Witting gibt es unter anderem die Katzenpension Baldrian in Ramsloh, Hundepension Ernst in Bösel und die Hundepension Pfote in Lastrup. Ist der Platz verfügbar, nimmt das Tierheim Sedelsberg ebenfalls Hunde in Pension.

Urlaub mit dem Haustier

Wer einen Hund besitzt, könne ihn im Urlaub im besten Fall mitnehmen. „Es gibt viele Orte, wo man mit dem Tier hinfahren kann“, erklärt Mikkelsen. Beispielsweise die USA als Reiseziel oder ein Urlaub in praller Sommerhitze würden sich aber nicht anbieten.

Auch Witting sei vom Urlaub mit Hund überzeugt, solange die Aktivitäten am Urlaubsziel mit dem Tier vereinbar seien. „Man sollte sich gut informieren und überlegen, was man im Urlaub machen möchte.“ Sie weist zudem darauf hin, dass Hundehalter die Einreisebestimmungen für das Tier beachten sollten. „Darum muss man sich frühzeitig kümmern.“ Darüber hinaus rate sie zu einem Besuch in der Hundeschule vor dem Urlaub. „Er sollte gut erzogen sein.“

Betreuung

Auch die Betreuung der Tiere durch Verwandte, Bekannte und Nachbarn sei zur Urlaubszeit eine mögliche Option, so Mikkelsen. „Da muss man sich aber wirklich auf die Person zu 100 Prozent verlassen können“, gibt Witting zu bedenken. Zur Urlaubszeit rufen immer wieder verzweifelte Tierbesitzer bei ihr an, auf der Suche nach einer kurzfristigen Unterbringung für ihre Vierbeiner, weil die Betreuung wegfalle.

Werden Katzen durch Verwandte oder Bekannte in ihrem gewohnten Umfeld betreut, sollten sie für die Urlaubszeit im Haus oder der Wohnung gehalten werden. Ist die Katze ein Freigänger, könnte sie verschreckt werden, wenn sie eine fremde Person in der Nähe ihres Zuhauses sieht, sagt Witting. Somit bestehe die Gefahr, dass das Tier weglaufe.

Tiersitter

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Plattformen und Apps, über die Tiersitter vermittelt werden. Auch über Facebook und Ebay-Kleinanzeigen lassen sich Betreuer finden.


Mehr Infos unter   www.tierpensionwitting.de 
  www.tierheim-sedelsberg.de 
Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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