Wilhelmshaven Vladan Vasiljevic will Tennis in Wilhelmshaven bundesligareif machen. Was ambitioniert klingt, ist absolut realistisch. Damit das so bleibt und zunächst der Schritt in die 2. Liga gelingen kann, muss sein Team vom Wilhelmshavener THC an diesem Sonntag (11 Uhr) in der Regionalliga gegen den Oldenburger TeV gewinnen.

Vasiljevic bezeichnet sich selbst als „Spielermanager und Sponsor“. Während im Hintergrund die Kinder toben, erzählt er am Telefon offen und direkt, wie es dazu kam. Vasiljevic schlägt seit 2007 für den Club auf. In seiner ersten Sommersaison mit dem WTHC stieg Vasiljevic noch ab, aus der Verbandsklasse in die Bezirksliga.

Seitdem hielt sich sein Team nie lange in einer Liga auf. Von 2015 bis 2018 gelang der Durchmarsch aus der Landes- in die Regionalliga. „Irgendwann haben wir mit Holländern angefangen, gut spielende Amateure. Als das nicht mehr reichte, mussten wir noch mal in die Trickkiste greifen“, sagt Vasiljevic.

Mittlerweile stellt er mehr auswärtige als deutsche Akteure auf. Im Ranking der Weltbesten stehen sie zwischen den Plätzen 370 und 680. Sie spielen überwiegend in der drittklassigen Profiserie der ITF-Future-Turniere. Zur Einordnung: Mit einem deutschen Zweitligisten kann es der WTHC-Kader aufnehmen.

Manche finden, das Wilhelmshavener Modell vernachlässige den eigenen Nachwuchs. Die regionale Bindung fehle, sagt etwa Daniel Greulich, Trainer von Konkurrent Oldenburger TeV.

Sicher, sagt Vasiljevic, es gebe unterschiedliche Meinungen darüber, mit welchen Mitteln er agiert. „Wenn einer gerne heimische Spieler sehen möchte, kann er sich ja unseren Fünfer oder Sechser anschauen oder die zweite Mannschaft. Leider tun die Leute das nicht“, sagt der 40-Jährige.

Einer von zwei Deutschen, die regelmäßig spielen, ist Yannick Staschen. „Das Teamgefüge ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig auf den ersten Blick. Aber es sind alles gute Typen, die sich voll reinhängen“, sagt die Nummer fünf des WTHC.

Das sportliche Vermögen von Vasiljevic reicht nicht mehr für die dritthöchste Liga, das findet er auch. Sein finanzielles genügt hingegen offenbar schon: Vasiljevic finanziert das Team selbst. Gemeinsam mit seinem Vater führt er eine Zahnarztpraxis. „Ich nutze die Vorteile des Sponsorings im Interesse der Praxis. Ich kriege auch viele Patienten dadurch, verbinde mein Hobby mit der Arbeit“, sagt er.

Ob den Jadestädtern der vierte Aufstieg in Folge gelingt, ist nicht ausgemacht. Aktuell sind sie Tabellendritter (4:2 Punkte) hinter dem TC BW Berlin (4:2) und Oldenburg (6:0). Sollten die Wilhelmshavener aufsteigen, würde das die Verhältnisse im Nordwesten verändern. Der Bremerhavener TV hatte sich 2016 vom Bundesliga-Betrieb zurückgezogen – und wird in diesem Sommer in die Oberliga absteigen. Sponsorenpool und Stammverein waren in der Frage der Ausrichtung des Clubs nicht mehr einer Meinung gewesen. Oldenburg bliebe nach dem Abstieg 2017 mindestens ein weiteres Jahr in der Regionalliga.

Greulich könne damit leben, sagt er, der OTeV verfolge eben einen anderen Ansatz. „Für uns ist der gesamte Verein mit einer gesunden Struktur wichtiger“, sagt Peter Haver, der OTeV-Vorstandsvorsitzende. „Wir haben immer gesagt: ‚Die Mark, die wir nicht haben, geben wir nicht aus.‘“

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