New York Nach seinem Meisterstück im Finale der US Open küsste Marin Cilic (25) ein wenig schüchtern die silberne Henkeltrophäe. Die Fotografen mussten den fast zwei Meter großen kroatischen Tennisprofi erst dazu auffordern – in Cilics Heimat feierten die Menschen zu dem Zeitpunkt bereits mit Straßenpartys und Feuerwerk den Coup und eine „wundersame Nacht“, wie die Zeitung „Vecernji List“ schrieb.

„Es ist ein Wunder. Es fühlt sich komplett unrealistisch an, davon habe ich mein Leben lang geträumt“, kommentierte Cilic seinen Erfolg.

Als er eine Rückhand unerreichbar für den Japaner Kei Nishikori (24) zum 6:3, 6:3, 6:3 platzierte, hatte sich der Dopingsünder von 2013 in der Tennis-Historie verewigt: mit seinem ersten Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere und als erster kroatischer Grand-Slam-Champion, seitdem Goran Ivanisevic (inzwischen 42) vor 13 Jahren in Wimbledon triumphiert hatte. Zum ersten Mal seit den Australian Open 2005 tauchte in New York keiner aus dem Trio Novak Djokovic (Serbien), Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien) im Finale eines Grand-Slam-Turniers auf.

So wie Federer (mit Stefan Edberg), Djokovic (mit Boris Becker), Nishikori (mit Michael Chang) oder lange Zeit auch der Schotte Andy Murray (mit Ivan Lendl) holte sich Cilic im vergangenen Jahr die Hilfe und Expertise eines Altmeisters. Anfang Juli fragte er seinen Mentor Ivanisevic, ob der sich vorstellen könne, als Trainer für ihn zu arbeiten. Sein Idol sagte zu.

Zu dem Zeitpunkt war Cilic wegen eines Dopingvergehens gesperrt. Beim Turnier in München war er im Frühjahr 2013 positiv auf das Stimulans Nikethamid getestet worden. Er erklärte den positiven Befund mit der Einnahme von Glukosetabletten. „Ich glaube wirklich, dass er nicht absichtlich etwas Falsches getan hat. War er vielleicht ein bisschen dumm? Vielleicht“, hatte Federer nach seiner Halbfinal-Niederlage gegen Cilic gesagt und den Dopingsünder verteidigt. „Ich habe das Gefühl, dass ich ihn gut kenne, und glaube, dass er so etwas nicht tun würde.“

Der Internationale Sportgerichtshof CAS reduzierte die Sperre von neun auf vier Monate, Ende Oktober 2013 kehrte Cilic auf die Tour zurück – mit Ivanisevic in seiner Box. In diesem Jahr gewann er die Turniere in Zagreb, Delray Beach und nun in New York.

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