New York Tränen vergoss nur der Verlierer. Novak Djokovic sammelt die wichtigsten Tennis-Trophäen hingegen wieder mit alter Selbstverständlichkeit und hat längst nicht genug. Mit dem 14. Grand-Slam-Titel holte der Serbe bei den US Open sein Idol Pete Sampras ein, nun liegen nur noch Roger Federer (20 Titel) und Rafael Nadal (17) vor dem 31-Jährigen.

„Novak hat alles, um Rekorde in diesem Sport zu schaffen“, sagte der unterlegene Juan Martin del Potro, nachdem er seine Tränen über die Niederlage in seinem ersten Grand-Slam-Finale seit neun Jahren getrocknet hatte.

Zwar musste Djokovic über 3:16 Stunden gegen seinen argentinischen Freund härter arbeiten, als es das 6:3, 7:6 (7:4), 6:3 am Ende aussagte. Doch nach seiner überstandenen Ellbogenverletzung holte der Wimbledonsieger geschlechterübergreifend als Einziger im Tennis in diesem Jahr zwei Grand-Slam-Titel. „Djokovic ist der König von Amerika“, jubelte die serbische Zeitung „Kurir“ am Montag. „Die vergangenen beiden Monate waren fantastisch“, resümierte Djokovic.

Nur eines der vergangenen 23 Matches hat der einstige Schützling von Boris Becker verloren. Dabei brachte er zwischenzeitlich in Cincinnati das Kunststück fertig, als erster Tennisspieler alle Masters-Turniere – die wichtigsten nach den vier Grand Slams – nun mindestens einmal gewonnen zu haben. Eine Erklärung für diese Leistungsexplosion hat er nicht.

Der Familienvater ist wieder auf Titeljagd, nachdem er im Anschluss an den ersehnten French-Open-Triumph 2016 und den Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere nacheinander einen Leistungsknick und dann eine lange Zwangspause erlebte.

Im Finale in New York arbeitete sich auch del Potro Jahre nach seinem US-Open-Triumph am Defensivkünstler aus Belgrad ab. „Ich habe die ganze Zeit fast am Limit gespielt“, sagte der 29-Jährige, der nicht zu so vielen direkten Punkten kam wie gewünscht: „Aber ich habe es nicht geschafft, weil Novak immer da war.“

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