Frankfurt/Main (dpa) - Als klarer Favorit gehen die deutschen Tennis-Herren in die Davis-Cup-Partie gegen Ungarn. Um 12.30 Uhr wird mit der Auslosung klar, wer sich in den Einzeln und im Doppel gegenüberstehen soll.

Ab Freitag (16.00 Uhr/DAZN) wird es in Frankfurt am Main ernst. Nach einer radikalen Reform läuft in dieser Saison vieles anders ab als gewohnt.

Eine Übersicht:

DIE QUALIFIKATIONSRUNDE: Es wird nur noch am Freitag und Samstag gespielt, der Sonntag fällt weg. Statt über drei messen sich die Tennis-Herren nur noch über zwei Gewinnsätze. Partien über fünf Sätze sind damit ausgeschlossen. Am Freitag geht es mit zwei Einzeln los. Am Samstag folgt zunächst das Doppel und im Anschluss bis zu zwei weitere Einzel.

DIE FINALRUNDE: Bislang gab es ein Achtelfinale, ein Viertelfinale, ein Halbfinale und ein Endspiel. Nun erreichen die Sieger der insgesamt zwölf Begegnungen in der Qualifikationsrunde die Finalwoche. Diese Endrunde wird Ende November in Madrid ausgetragen. Dort ermitteln insgesamt 18 Mannschaften den neuen Davis-Cup-Sieger. Sie treffen zunächst in sechs Dreiergruppen aufeinander, dann geht es in K.o.-Runden weiter. Die Vorjahres-Halbfinalisten stehen bereits als Teilnehmer fest: Kroatien, Frankreich, Spanien und die USA. Argentinien und Großbritannien erhielten zudem eine Wildcard.

DER HINTERGRUND: Über die Zukunft des Davis Cups wird schon lange diskutiert. Die Spieler kritisierten, dass der Aufwand mit mehreren Runden über das Jahr verteilt zu groß sei. Hauptgrund für das Prestigeprojekt des umstrittenen ITF-Präsidenten David Haggerty ist aber das finanziell lukrative Angebot der Investmentgruppe Kosmos, hinter der auch der spanische Fußballstar Gerard Piqué steht. Kosmos garantierte drei Milliarden Dollar für einen Deal über 25 Jahre.

DIE KRITIK: Insbesondere der Spieltermin am Ende der stressigen Tennis-Saison und das Wegfallen der Heim- und Auswärtspartien - abgesehen von der ersten Runde - werden kritisiert. "Man hat dem Davis Cup eigentlich das Herz herausgerissen", sagte der dreimalige Davis-Cup-Sieger Carl-Uwe Steeb. Auch Boris Becker kritisierte die Reform zunächst heftig, will dem neuen Modus aber eine Chance geben.

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