Düsseldorf (dpa) - Mit Marcus Pretzell verliert die AfD in Nordrhein-Westfalen ihren prominentesten Politiker. Der 44 Jahre alte Ehemann von Noch-AfD-Bundeschefin Frauke Petry war auch in NRW von Anfang an umstritten.

Als Vorsitzender der Landes-AfD mit rund 4500 Mitgliedern schaffte er es nur knapp, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Mai gekürt zu werden. Die AfD erreichte 7,4 Prozent, Pretzell wurde Fraktionschef im Landtag.

Dort provozierte Pretzell, als er bei der Wahl von Armin Laschet (CDU) zum Ministerpräsidenten mit seiner gesamten Fraktion ungültige Stimmen abgab. Im Parlament scheiterte der Jurist, als die anderen Fraktionen der AfD den geforderten Platz im Präsidium verweigerten. Pretzell bemühte sich dann in ersten Anträgen im Landesparlament um gemäßigt-bürgerliches Auftreten.

Als scharfer innerparteilicher Gegner in NRW setzte vor allem der Co-Landesvorsitzende Martin Renner Pretzell unter Druck. Renner wird dem Rechtsaußen-Flügel der AfD zugeordnet, Pretzell wollte einen realpolitschen Kurs einschlagen. Noch am Montag hatte er seiner Partei geraten, so schnell wie möglich Teil einer Regierung zu werden. "Unser Land verändern wir nicht aus der Opposition heraus", sagte er im WDR-Radio.

Noch ist Pretzell Abgeordneter des EU-Parlaments. Er hatte bislang angekündigt, er wolle das EU-Mandat nach der Bundestagswahl niederlegen. Große Empörung hatte der AfD-Politiker 2015 im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte ausgelöst, als er sagte, im Falle eines gewaltsamen Grenzübertritts sei Schusswaffengebrauch als "Ultima Ratio" gerechtfertigt. Petry und Pretzell hatten kurz vor der NRW-Wahl einen Sohn bekommen.

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