Chemnitz (dpa) - Der Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz am Montagabend ist dort der zweite innerhalb von vier Monaten gewesen. Wegen der missglückten Festnahme des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr war die sächsische Stadt bereits in den Schlagzeilen.

Der 22-jährige Syrer hatte nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant. Ein Spezialeinsatzkommando wollte ihn am 8. Oktober 2016 im Chemnitzer Fritz-Heckert-Viertel festnehmen - Al-Bakr gelang aber trotz eines Warnschusses die Flucht. Die Bundesanwaltschaft zog daraufhin die Ermittlungen an sich.

Der Terrorverdächtige konnte unerkannt nach Leipzig gelangen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz kam er bei einem Landsmann unter, der ihn aber erkannte, mit Freunden überwältigte und die Polizei verständigte. Al-Bakr wurde am 10. Oktober wegen Terrorverdachts verhaftet. Zwei Tage später erhängte er sich mit einem T-Shirt an einem Zellengitter.

Eine Expertenkommission stellte in ihrem Untersuchungsbericht Ende Januar eine "ganze Reihe Fehler und Regelverletzungen" der sächsischen Sicherheits- und Justizbehörden in dem Fall fest. Diese seien teilweise "auf erhebliche Anspannung in einer brisanten Lage" und auf eine "offenkundig erhebliche Verunsicherung des Personals in Polizei und Justiz im Umgang mit islamistischen Gewalttätern" zurückzuführen, hieß es.

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