Berlin Regelmäßiges Putzen ist wichtig für gesunde Zähne. Welche Zahncremes sich dafür am besten eignen, hat die Stiftung Warentest untersucht. Von 31 getesteten Pasten schützen vier nicht ausreichend vor Karies, ihnen fehlt Fluorid. Viele andere enthalten den kritischen Farbstoff Titandioxid. Fünf sehr gute Zahncremes kommen ohne diesen aus.

Titandioxid wird verboten

Das strahlende Weiß der Zahnpasta erreichen die Hersteller häufig mit dem Farbstoff Titandioxid. Doch ab August 2022 ist das Pigment EU-weit in Lebensmitteln verboten. Es steht im Verdacht, das Erbgut zu schädigen, wenn es in den Körper gelangt. In Kosmetika bleibt es erlaubt.

Von den 31 getesteten Zahncremes enthalten 21 Titandioxid. Ihr Qualitätsurteil wurde deshalb im Test um eine Note abgewertet. Da Zahncreme beim Putzen zum Teil verschluckt werden kann und Titandioxid für die Zahnpflege unnötig ist, rät die Stiftung Warentest aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes zu Zahnpasten ohne den Farbstoff.

Für unverzichtbar hält das Expertenteam der Stiftung Warentest dagegen Fluorid. Es stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren, die von Plaque-Bakterien gebildet werden.

Fluorid beugt Karies vor

In vier Zahncremes ist der wichtigste Inhaltsstoff zur Kariesvorbeugung nicht enthalten: Ajona, Biony, Sante-Zahngel und Weleda. Die Tester bewerten sie daher mit mangelhaft.

Immerhin fünf Zahncremes sind sehr gut. Sie beugen sehr gut Karies vor und beinhalten kein kritisches Titandioxid. Die günstigsten kosten sogar weniger als 1 Euro pro 100 Milliliter: Dontodent Zahncreme antibakteriell von dm und Bevola Zahncreme fresh von Kaufland.

Auch wenn Fluorid die einzige Substanz ist, für die eine schützende Wirkung vor Karies durch viele Studien belegt ist, gibt es doch Menschen, die ohne Fluorid putzen möchten. Alternative Stoffe sind aber nicht so umfangreich untersucht und ihr karieshemmender Effekt ist nicht ausreichend nachgewiesen, erklärt Professorin Mozhang Bizhang, Zahnmedizinerin an der Uni Witten/Herdecke.

Auf Siegel achten

Das gelte für pflanzliche Stoffe und auch für Hydroxylapatit, das in der Bioniq-Zahncreme enthalten ist. Angst vor Fluorid sei aber unbegründet, so die Stiftung Warentest: In der üblicherweise beim Zähneputzen aufgenommenen Menge ist es nicht schädlich.

Wem natürliche Inhaltsstoffe wichtig sind, der sollte auf Siegel für zertifizierte Naturkosmetik wie Natrue oder Ecocert achten. Sie geben bestimmte Kriterien vor. Für Produkte, die als „bio“ zertifiziert sind – wie die sehr gute Signal bio – gelten noch strengere Anforderungen.

Spitzenreiter

  Bei sensiblen Zähnen ist Zahnpasta mit wenig Abrieb ratsam: Sehr gut und günstig sind Kaufland Bevola für 0,44 Euro und dm Dontodent für 0,60 Euro (Preise pro 100 Milliliter).

  Bei unempfindlichen Zähnen darf der Abrieb höher sein: Sehr gut sind Meridol Zahnfleischschutz (4,40 Euro) und Oral-B Professional Pro-Repair Extra frisch (5,20 Euro).

  Verfärbungen entfernt Signal Bio (2,65 Euro) am besten, wurde aber laut Anbieter vom Markt genommen.

NWZonline.de/gesundheit
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