Berlin Einschränkungen im Alter machen Fernsehen oft schwierig. Stiftung Warentest hat Hilfs­mittel wie Fernbedienungen, Hörverstärker und Kopfhörer geprüft. Einige sind nützlich.

Die smarten TVs von heute sind komplex, brauchen Internet, zeigen die Tages­schau auch zeit­versetzt und streamen Serien via App. Für ältere Menschen wird das Bedienen schnell zur Hürde. Hinzu kommen körperliche Einschränkungen: Sehkraft, Fein­motorik und Hörvermögen lassen im Alter nach – die Tasten der Fernbedienung sind plötzlich zu klein, der Ton ist nur noch in hoher Laut­stärke halb­wegs verständlich.

Drei Senio­rinnen und Senioren haben zusätzlich zu den Experten für den Test Geräte ausprobiert: fünf Fernseher, fünf einfache Fernbedienungen, drei Hörverstärker und drei Bluetooth-Kopf­hörer. Dabei wurden nicht alle Eigenschaften untersucht, sondern ausschließ­lich, wie einfach sich die Geräte von älteren Menschen nutzen lassen. Deshalb wurde auch kein Quali­täts­urteil vergeben. Statt­dessen gibt es für jedes Gerät ein Test-Fazit.  

Fernseher

Vor allem die Erst­installation der Fernseher steckt voller Fall­stricke. Fünf große Modelle verkaufs­starker Marken, die in früheren Tests gut abge­schnitten hatten, sollten die Tester ohne Internetanbindung einrichten, so dass man bloß ein Programm wählt und fernsehen kann. Einfach war das nicht. „Wer niemanden hat, der beim Einrichten helfen kann, sollte das gleich beim Fernseherkauf dazu­buchen“, rät Testteilnehmer Klaus Eckstein.

 Tipp: Bei einem neuen Gerät alles so einrichten lassen, wie man es vom alten gewöhnt ist – etwa die Reihen­folge der Sender. Das erleichtert den Umstieg enorm.   

Fernbbedienung

Keine mitgelieferte Fernbedienung wird Menschen mit alters­bedingten Einschränkungen gerecht, haupt­sächlich wegen der vielen kleinen Tasten. Deshalb rät Stiftung Warentest, die Originalfernbedienung gegen eine simple Universalfernbedienung auszutauschen. Fünf dieser aufs Wesentliche reduzierten Modelle mit wenigen großen Tasten wurden beispielhaft ausgewählt und geprüft. Etliche erleichtern die Fernsehernut­zung erheblich.

 Tipp: Wer es gewöhnt ist, Sender per Zifferntaste aufzurufen, sollte eine Einfach-Fernbedienung mit Ziffernblock auswählen.   

Hörverstärker

Leichtere Hördefizite lassen sich mit Hörverstärkern oder Kopf­hörern ausgleichen. Beispielhaft wurden drei Hörverstärker ausgewählt. Ergebnis: Mit dem richtigen Hörverstärker ist der Fernseherton besser zu verstehen. Einige Modelle über­tragen aber störende Geräusche und auch das Tragegefühl mit dem um 60 Gramm schweren Kinnbügel ist gewöhnungs­bedürftig.

 Tipp: Personen mit und ohne Hörhilfe können gemeinsam fernsehen. Bei manchen Fernsehern muss man dafür den Hörverstärker am digitalen optischen Ausgang anschließen.   

Kopfhörer

Um Hördefizite auszugleichen, greifen viele Senioren zum Kopfhörer. Kabelgebundene Modelle lassen sich einfacher bedienen als Funkkopfhörer. Das Kabel ist aber eine Stolperfalle und begrenzt den Bewegungsradius. Für den Test ausgewählt wurden drei ohrumschließende Bluetooth-Kopf­hörer, die im Volltest mit gutem Ton über­zeugt hatten. Sie lassen sich über Funk oder optional auch über Kabel mit dem TV verbinden. Das erlaubt eine flexible Nutzung. Es zeigte sich jedoch, dass Ältere mit der Bedienung über berührungs­empfindliche Felder am Ohrhörer oft nicht gut zurecht­kommen. Großes Plus: die aktive Geräuschunterdrückung, mit der sich störender Umgebungslärm ausblenden lässt.

 Tipp: Die beigelegten Kabel sind meist sehr kurz. Deshalb sollte man sich eine Klinkenverlängerung dazukaufen.   

Zu zweit fernsehen

Gemein­sam mit und ohne Kopf­hörer fernsehen geht nur mit dem richtigen Fernseher. Viele Geräte schalten ihre Laut­sprecher stumm, sobald der Kopf­hörer akti­viert wird. Am vielseitigsten im aktuellen Vergleich zeigte sich der Panasonic TX-48JZW1004: Die Laut­stärke lässt sich individuell regeln für Laut­sprecher, einen Kabel- und zwei Bluetooth- Kopf­hörer.

Warentest-Tipps

  Vor allem simple Universalfernbedienungen erleichtern älteren Menschen das Fernsehen. Oben­drein sind sie preis­wert. Stiftung Warentest empfiehlt Seki Medium für 10,90 Euro mit sehr großen Tasten und Geemarc TV-10 für 12,10 Euro mit Ziffern­block für die direkte Sender­wahl. Wer tech­nisch weniger versiert ist, sollte sich fürs Einrichten der Geräte Hilfe holen.

  Sinnvoll sind auch Hörverstärker, mit ihnen lässt sich der Ton des Fernsehers an die eigenen Bedürf­nisse anpassen. Uneinge­schränkt empfehlen können die Tester aber keinen – alle drei geprüften Exemplare haben wesentliche Nachteile. Wichtige Erkennt­nis: Nicht technikversierte ältere Nutzer brauchen beim Einrichten aller untersuchten Geräte Hilfe.

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