Berlin Meterhoch katapultieren Trampoline Kinder in die Höhe. Sie fliegen, vollführen Salti und jauchzen dabei. „Das Hüpfen ruft positive Gefühle hervor, steigert das Selbstbewusstsein und gleicht den bewegungsarmen Alltag aus“, sagt Katja Schmitt, Professorin für Sportdidaktik an der Humboldt-Universität Berlin. Trampolinspringen müsse jedoch wie jede Sportart erlernt werden. „Springer benötigen Kondition und Koordination, niemand sollte ohne Anleitung loshüpfen.“

Wind und Wetter

Trampoline gehören mittlerweile in vielen Gärten zur Grundausstattung. Die Stiftung Warentest hat zehn geprüft: Sind sie sicher? Was halten sie aus? Auf welchem macht das Springen am meisten Spaß? Jedes zweite hat die Tester überzeugt, nicht zuletzt mit guten und sehr guten Sicherheitsnoten – darunter ein Basismodell für 190 Euro von Decathlon und ein Trampolin für 1300 Euro von Springfree, das mit Fiberglasstäben statt Stahlfedern für Hüpfspaß sorgt („test“, 4/19). Das Etan-Trampolin ist mangelhaft: Auf ihm sind Kinder nicht sicher.

Dieses Trampolin birgt mehrere Gefahren. So sind Verschlüsse, die das Netz am Eingang sichern sollen, ungünstig angebracht. Sind sie geschlossen, ist der Abstand so groß, dass der Körper eines Kindes hindurchpassen, der Kopf aber hängenbleiben könnte. Rutscht ein Kind mit den Füßen voran durch diese Öffnung, könnte es sich strangulieren. Auf Nachfrage erklärte Etan, die Verschlüsse im Eingangsbereich verändert zu haben und betroffene Netze umzutauschen.

Auch das Izzy-Trampolin zeigte Schwächen bei der Sicherheit. In der Schlagfestigkeitsprüfung, bei der ein 120-Kilo-Sandsack gegen Netz und Pfosten prallt, verformte sich am Izzy einer der Pfosten, an denen das Netz befestigt ist. Das Trampolin stand aber weiterhin stabil, sodass die Tester die Sicherheit noch mit Ausreichend bewerteten.

Gartentrampoline stehen meist bei Wind und Wetter draußen. In der Sicherheitsprüfung untersuchte die Stiftung Warentest deshalb auch, ob Netze, Sprungmatten und Randabdeckungen durch Sonnenlicht altern und so mit der Zeit leichter reißen.

Im Labor bestrahlten die Prüfer Proben dieser Materialien jeweils 400 Stunden mit UV-Licht. Das Material der Sprungmatten durfte nach der Prüfung nicht wesentlich leichter reißen als vorher: Die Grenze liegt bei 80 Prozent der ursprünglich gemessenen Kraft. Die Proben aus den Matten von Decathlon, Etan und Hudora hielten diese Grenze mit 81 bis 82 Prozent nur knapp ein.

Besonders hart ist die Prüfung mit 400 Stunden UV-Licht nicht. Wetterstationen registrierten für das Jahr 2018 in Deutschland im Schnitt mehr als 2000 Sonnenstunden. 400 Stunden UV-Licht im Labor entsprechen zwar nicht 400 Sonnenstunden im Garten. Doch das Prüfergebnis deutet darauf hin, dass die Festigkeit der Matten von Decathlon, Etan und Hudora bereits in der ersten Saison nachlässt.

Regeln beachten

Doch selbst das sicherste Trampolin wird zum riskanten Katapult, wenn mehrere Kinder gleichzeitig springen. „Das führt oft zu Unfällen’ sagt Christopher Spering von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Arzt hat Regeln zur Unfallverhütung erarbeitet. Die bremsen zwar den Spaß – bewahren aber vor der Notaufnahme.

Wichtigste Regeln: einzeln und mittig springen, keine Salti, Pausen machen, keine Spielzeuge im Trampolin herumliegen lassen, Schuhe ausziehen. Und: Kinder sollten erst ab dem sechsten Lebensjahr mit dem Trampolinspringen beginnen. Eltern sollten Kinder beim Springen immer im Blick haben.

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