Berlin „Kassen-Schocker“ nennt eine 85-jährige Testperson die Rollatoren, die gesetzliche Krankenkassen oft ihren Kunden stellen. Ihr Urteil: „Kann man wirklich in die Mülle schmeißen!“ Auch in dem Rollatoren-Test der Stiftung Warentest konnten Kassenrollatoren nicht glänzen. Im Alltag sind diese sogenannten Querfalter draußen kaum zu gebrauchen, berichtet die Zeitschrift „test“ (3/19).

Die Stiftung Warentest hat zwölf Rollatoren getestet, darunter vier Standardrollatoren. Die restlichen acht Modelle sind Leichtgewichtrollatoren. Außerdem zwei Hybridmodelle: Rollatoren, die auch als Rollstuhl dienen können.

Klobig und schwer

Querfalter (sogenannte Standardrollatoren) brauchen eingeklappt viel Platz und stehen dann nicht von allein. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Modelle, wenn Patienten einen Rollator beantragen. Umgangssprachlich werden diese Rollatoren daher oft „Kassenmodelle“ genannt. Sie sind aus Stahl und meist schwerer und klobiger als Längsfalter (auch Leichtgewichtrollatoren genannt).

Die vier geprüften Standardmodelle können die Tester allerdings vor allem für die Nutzung draußen nicht empfehlen. Sie sind zum Überwinden von Hindernissen kaum geeignet und bereiten Probleme beim Zusammenklappen.

Viele große gesetzliche Krankenkassen stellen ihren Versicherten oft nur Standardrollatoren zur Verfügung – wenn sie ein Rezept vorlegen. Wer einen leichteren Rollator will, den man auch außen gut nutzen kann, muss meist eine sogenannte „wirtschaftliche Aufzahlung“ leisten. Denn von der Kasse erhält man nur eine sogenannte Versorgungspauschale. Dieser Betrag ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Er variiert oft auch nach Region.

Selbstverständlich kann jeder online oder im Sanitätshaus einen von der Stiftung Warentest mit gut oder befriedigend getesteten Rollator kaufen. Dann bezahlt man den vollen Preis – ohne Zuzahlung von der Krankenkasse.

Doch was kostet ein Rollator eigentlich? Für den preiswerteren der beiden Testsieger, den Topo Troja 2G Premium sollte man rund 410 Euro veranschlagen, der andere gute heißt Russka Vital Carbon und kostet 535 Euro. Online sind die Rollatoren im Test meist deutlich billiger, teils spart man über 100 Euro. Die richtige Einstellung und Einweisung bekommt man dann aber nicht mitgeliefert.

Anfällig fürs Kippen

Die beiden Hybridrollatoren können zum Rollstuhl umgebaut werden und kosten 175 (Drive)und 800 Euro (Rollz). Als Rollator ist der Rollz mit 67 Zentimetern fülliger als die sonst rund 60 Zentimeter breiten Konkurrenten. Mit 11,5 Kilogramm ist er zudem recht schwer und anfällig fürs Kippen nach hinten. Für den täglichen Gebrauch empfiehlt die Stiftung Warentest handlichere, günstigere Modelle.

Wer absehen kann, dass Angehörige nach einiger Zeit müde werden, fährt mit dem Rollz gut. Der Drive hingegen ist als Rollstuhl kaum zu gebrauchen.

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