Berlin Glänzendes und geschmeidiges Haar, das sich leicht kämmen lässt – das muss kein Wunschtraum sein, wie ein aktueller Test der Stiftung Warentest zeigt. Sie hat 17 Haarspülungen für geschädigtes Haar geprüft, darunter Produkte von Garnier, Nivea, Redken und dm. Alle pflegen das Haar gut, sechs fallen aber wegen kritischer Inhaltsstoffe auf („test“, 2/19).

Der Testsieger kommt von Aldi Nord (Biocura Hair Care Spülung Aufbau & Glanz) und kostet 52 Cent für 100 Milliliter. Deutlich günstiger ist die zweitbeste Haarspülung von dm (Balea Spülung Intensiv Pflege), die nur 18 Cent für die gleiche Menge kostet. Insgesamt liegen die Preise zwischen 0,18 bis 8,80 Euro pro 100 Milliliter.

Leicht kämmbar

Alle geprüften Haarspülungen sind leicht anzuwenden und verbessern die Haareigenschaften. Zwar machen die Mittel aus geschädigten Haaren keine Mähne wie neu gewachsen. Doch nach dem Spülen lässt sich das Haar leichter kämmen, ist griffiger und fliegt weniger. Rundum gute Pflege ist dabei keine Frage des Preises. Günstige Eigenmarken der Discounter und Drogerien liegen am Ende sogar vor vielen teuren Markenklassikern. Getestet wurden die Produkte sowohl an Haarsträhnen im Labor als auch auf den Köpfen von 22 Frauen.

Haarspülungen enthalten Pflegestoffe, die das Haar glänzender, geschmeidiger und leicht kämmbar machen. Eine wichtige Rolle spielen kationische Tenside. Sie bleiben an geschädigten Stellen der Haaroberfläche haften. Viele Anbieter setzen zudem auf Silikone. Sie unterstützen den Pflegeeffekt – sollen das Haar mit der Zeit aber beschweren. Der Test kann das nicht bestätigen. Die meisten Produkte steigern das Volumen der Haare nach mehrmaliger Anwendung. Nur bei vier Spülungen mit Silikonen war das Volumen auf Dauer etwas geringer als bei den anderen.

Silikone bereiten andere Probleme. Sie sind biologisch schwer abbaubar. Was sie in der Umwelt bewirken können, ist aber unklar. Da die Umweltwirkung von Silikonen wegen fehlender Daten schwer abzuschätzen ist, bewerten die Tester es noch nicht negativ, wenn ein Mittel sie enthält.

Ausnahme sind die kritischen Cyclosiloxane D4 (Cyclotetrasiloxan) und D5 (Cyclopentasiloxan). Beide sind ab 2020 in abwaschbarer Kosmetik wie Haarspülungen verboten. Die Spülung von Lidl (Cien Repair Spülung Intensive Repair) enthält D5. Von diesem Silikon ist bekannt, dass es sich in Organismen anreichern kann.

Verzicht auf Lilial

Elf der geprüften Conditioner enthalten den kritischen Duftstoff Butylphenyl Methylpropional – auch Lilial genannt. Bislang ist nicht abschließend geklärt, ob der Stoff beim Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder das Erbgut verändern kann. Damit bleibt ungewiss, ob und in welchen Konzentrationen Lilial in Kosmetikprodukten sicher ist. Nach Ansicht der Tester sollten Hersteller daher vorsichtshalber darauf verzichten.

Wer zu zertifizierter Naturkosmetik greift, ist auf der sicheren Seite – künstliche Duftstoffe wie Lilial sowie Silikone und synthetische Tenside sind bei ihr tabu. Die Spülung Alverde von dm trägt als einzige im Test ein Naturkosmetik-Siegel. Auch sie pflegt die Haare überzeugend, ist also eine gute Alternative zu konventionellen Haarspülungen. Mit etwa einem Euro pro 100 Milliliter ist sie etwa so teuer wie Markenprodukte von Pantene Pro-V, Garnier oder Nivea.

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