Berlin Der 25. Geburtstag eines Kindes ist für Eltern finanziell ein Einschnitt. Darauf macht die Stiftung Warentest aufmerksam. Kindergeld, Kinderfreibetrag, Ausbildungsfreibetrag und Riester-Zulage fallen jetzt weg. Auf diese Leistungen haben Eltern von volljährigen Kindern nur Anspruch, solange der Nachwuchs unter 25 Jahre und noch in der Ausbildung ist. Auch in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen kann das Kind nicht mehr versichert sein.

Wie die Zeitschrift „Finanztest“ in der März-Ausgabe berichtet, können Familien mit höherem Einkommen aber gegensteuern und nach Wegfall von Kindergeld, Kinder- und Ausbildungsfreibetrag steuerlich sogar profitieren. Vorausgesetzt, sie unterstützen ihre Kinder kräftig. Auch den Wegfall der Riester-Kinderzulage können sie ausgleichen. Familien mit niedrigen Einkommen müssen sich dagegen auf ein kräftiges Minus einstellen.

Wer finanziell für hilfsbedürftige erwachsene Angehörige einsteht, zahlt weniger Steuern. Das gilt für Eltern, die ihre älteren Kinder absichern, bis sie finanziell auf eigenen Füßen stehen, genau so wie für den Sohn, der die Pflegeheimkosten für den Vater übernimmt, und die Tochter, die ihrer trennungstraumatisierten Mutter Kost und Logis bietet. Sie alle können ihre Aufwendungen als „außergewöhnliche Belastungen“ absetzen.

Die Grenze, bis zu der das Finanzamt den Unterhalt als außergewöhnliche Belastung anerkennt, liegt im Jahr 2019 bei 9168 Euro. Über diesen Höchstbetrag hinaus können Eltern noch Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung für ihr Kind steuerlich geltend machen. Insgesamt sind es so mehr als 10 000 Euro, die sich jährlich steuersparend auswirken können.

Neben Geld für Lebenshaltung und Miete erkennt das Finanzamt andere Ausgaben als Unterhalt an, etwa für Strom, Krankenversicherung oder Fahrtkosten. Wichtig: Eltern müssen die Zahlungen belegen – anhand von Überweisungen an Kind, Stromversorger und Krankenkasse oder, im Fall der Fahrtkosten, indem sie die Fahrkarten über ihr Girokonto kaufen. Die Fünfziger, die sie hier und da mal zustecken, zählen nicht.

Anderes gilt, wenn das Kind noch zu Hause lebt. Eltern sind dann – was die Steuer angeht – fein raus. Sie müssen ihre Aufwendungen für das Kind dem Finanzamt nicht einzeln nachweisen. Hier gilt immer der Höchstbetrag.

Voraussetzung, dass das Finanzamt den Unterhalt als außergewöhnliche finanzielle Belastung anerkennt: Das Kind selbst darf nicht zu viel eigenes Geld haben. Das ist zum Beispiel der Fall bei einer Werkstudentin, die rund 1000 Euro brutto im Monat verdient und deren Eltern erst einmal weiterhin die Miete für ihre Wohnung zahlen.

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