Berlin Etwa 23,1 Millionen Steuererklärungen gehen bei den Finanzämtern mittlerweile elektronisch ein. Davon werden 77 Prozent mit einer Steuersoftware erstellt, entweder einer privaten oder der von Steuerberatern oder Lohnsteuerhilfevereinen. Doch welches Programm rechnet richtig? Welches führt Nutzer ohne Steuerdiplom zur Erklärung? Antworten gibt der Test der Stiftung Warentest in der Mai-Ausgabe von „Finanztest“.

Die Zeitschrift hat 14 Programme untersucht – sechs fest installierte Downloads, sieben Browser-Anwendungen und eine App. Im Test mussten die digitalen Helfer zwei komplexe Steuerfälle mit verschiedenen Schwerpunkten berechnen. Ein weiterer, einfacher Fall sollte zeigen, wie gut Steuerlaien durchs Programm geführt werden.

Am besten rechneten die drei Programme des Anbieters Buhl Data. Sie bieten die verständlichsten Tipps und Hilfen an den richtigen Stellen, sodass auch Steueranfänger gut zurechtkommen. Die Browser-Anwendung Wiso Steuerweb und das Download-Programm Wiso Steuersparbuch 2019 teilen sich das Siegertreppchen. Beide Programme gehören mit 34,95 Euro zu den teuersten im Test.

Tax 2019 – ebenfalls von Buhl Data – rechnete gleich gut, ist lediglich eine Nuance schlechter in der Benutzerführung und kostet weniger als die Hälfte. Den Preisvorteil können aber nur Windows-Nutzer mitnehmen. Genauso günstig ist Quicksteuer mit knapp 15 Euro. Doch das Programm macht mehr Fehler in der Berechnung und bei den Hilfen und ist nur befriedigend – wie auch die doppelt so teure Steuersparerklärung 2019.

Fünf weitere Programme sind insgesamt auch befriedigend, doch drei davon hatten große Schwächen. Vor allem Lohnsteuerkompakt hat mit Rechenfehlern und lückenhafter Hilfe enttäuscht, ist für Laien oft unverständlich und daher nicht empfehlenswert.

Selbst die Testsieger rechnen nicht hundertprozentig richtig. Einige Sachverhalte löste kein Programm perfekt, zum Beispiel den Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen für Kinder und den Antrag auf den Behindertenpauschbetrag, wenn Pflegegrad IV vorliegt. Richtig schlecht machten es aber andere, darunter die drei neuen Produkte von Taxfix, Wundertax und Steuerbot.

Alle drei waren beim Test im Jahr 2017 noch nicht mit den jetzt getesteten Produkten auf dem Markt. Die Neuen wollen gezielt junge Menschen und Nichtabgeber ansprechen. Sie schneiden bei der Steuerberechnung und den Hilfen aber katastrophal ab und sind wegen der vielen Rechenfehler nicht zu empfehlen. Auch der etablierte Steuerfuchs kommt oft nicht zum richtigen Ergebnis.

Viele Menschen haben einen Pflegegrad, beantragen aber keinen Schwerbehindertenausweis. So auch im Testfall: Die an Demenz erkrankte Frau hat keinen Schwerbehindertenausweis, aber Pflegegrad IV. Sie hat also Anspruch auf den Behindertenpauschbetrag in Höhe von 3700 Euro pro Jahr. Die Tester versuchten vergeblich, den Pflegegrad einzugeben, um die Steuervergünstigung zu beantragen – keines der Programme hatte dafür ein Eingabefeld.

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