Berlin In Ländern außerhalb der Euro-Zone wenden viele Geldautomatenbetreiber den Trick mit der Sofortumrechnung an, um saftige Gebühren zu kassieren. Darauf weist die Stiftung Warentest zu Beginn der Urlaubssaison in der Zeitschrift „Finanztest“ (6/19) hin.

Wenn Reisende Bares in ausländischer Währung abheben wollen, erscheint am Geldautomaten das Angebot, den Betrag gleich in die Heimatwährung umzurechnen. Der Tourist verliert damit Geld – der Wechselkurs ist meist viel schlechter als der Kurs, mit dem die Heimatbank abrechnet. Das zeigt ein Test der Zeitschrift Finanztest für ihre Juni-Ausgabe.

30 Testpersonen waren im Auftrag von „Finanztest“ in 6 Euro- und 23 Nicht-Euro-Ländern unterwegs. Sie haben mit Girocard und Kreditkarte 330-mal Geld am Automaten abgehoben und 132-mal damit bezahlt. „Finanztest“ fand heraus: Die Masche mit der teuren Sofortumrechnung begegnet Reisenden häufig – auch beim Bezahlen im Geschäft. In 15 von 23 Nicht-Euro-Ländern stießen die Tester auf diese Einstellung. Wären sie der Empfehlung gefolgt, hätte der Verlust meist mehr als fünf Prozent betragen, in der Spitze sogar 13,7 Prozent (CSOB Bank, Tschechien).

In sechs Ländern – Island, Polen, Serbien, Tschechien, Ungarn und der Türkei – gab es bei einigen Anbietern für die Tester keine günstige Lösung. Entweder wurde eine Geldautomatengebühr fällig oder ein schlechter Wechselkurs, der teilweise noch mit einer Gebühr kombiniert war.

In der Türkei fanden die Tester aber auch positive Beispiele: Reisende gehen zum Geldabheben am besten zur Halkbank, zur Yapi Kredi oder der Ziraat Bank. Diese verlangen keine Gebühr für die Geldautomatennutzung und sie bieten nicht an, den Abhebebetrag sofort in Euro umzurechnen.

Wenn ein Reisender am Automaten die Sofortumrechnung ablehnt und den richtigen Button drückt, wird oft nochmals nachgehakt, um ihn zu verunsichern. Reisende können auch nicht davon ausgehen, dass bekannte Banken fairer sind. Die Commerzbank in Tschechien war eine der frechsten Banken im Test. Wer dort am Automaten die Sofortumrechnung wählt, zahlt 12,9 Prozent drauf.

Auf DCC (Dynamic Currency Conversion, zu deutsch dynamische Währungsumrechnung) – wie die Sofortumrechnung in der Fachsprache heißt – treffen Reisende vor allem in Europa.

Andernorts – wie in den USA und in Südostasien – gibt es am Automaten nur Extragebühren. Die bewegen sich zwischen umgerechnet gut 20 Cent (Malaysia) und rund 6 Euro (Thailand). Dieser Gebühr können Reisende entgehen, wenn sie sich einen Automaten suchen, der günstiger oder gar gratis ist. Das geht nicht immer, in Thailand etwa wird immer die gleiche Gebühr verlangt.

Für den Karteneinsatz im Ausland verlangen oft auch die Kartenherausgeber Gebühren: fürs Bargeldabheben am Automaten und fürs Umrechnen der Fremdwährungen. Nur mit der DKB-Kreditkarte ist Geldabheben und Bezahlen im Ausland kostenfrei.

Andere kostenlose Kreditkarten, mit denen Geldabheben im Ausland gratis ist und die nicht an ein Girokonto gebunden sind, sind wegen der voreingestellten Teilzahlung kaum empfehlenswert. Teilzahlung bedeutet, dass monatlich immer nur ein kleiner Teil der ausstehenden Rechnung beglichen wird und für den übrigen Betrag sehr hohe Zinsen berechnet werden.

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