Berlin Cloud-Speicherdienste wie Dropbox, iCloud und Co sind praktisch. Doch nicht jeder will seine Daten auf Servern irgendeines Konzerns deponieren. Alternativ lassen sich Netzwerk-Festplatten (NAS) zur privaten Cloud ausbauen. Die Stiftung Warentest hat für die Mai-Ausgabe der Zeitschrift „test“ acht Lösungen von vier Anbietern geprüft.

Große Unterschiede

Netzwerkspeicher (oft „NAS“ genannt, für „Network-attached storage“) hängen am heimischen Router und dienen im lokalen Netzwerk als zentraler Speicher für Musik, Fotos, Videos und Dokumente aller Art. Mithilfe entsprechender Apps und Dienste lassen sie sich aber auch für den Online-Fernzugriff einrichten – als Alternative zu Dropbox und Co. Das verlangt allerdings etwas mehr technisches Verständnis als ein Fertigdienst aus dem Netz.

Geprüft wurden acht NAS-basierte Cloud-Lösungen der vier führenden Anbieter Buffalo, Qnap, Synology und WD. Die vier günstigeren Geräte zwischen rund 150 und 215 Euro haben jeweils nur ein Festplattenlaufwerk, die teureren zwischen 230 und 340 Euro bieten dagegen zwei Festplatten. Das dient der Datensicherheit.

Im Test zeigen sich große Unterschiede nicht nur beim Funktionsumfang und der Datensicherheit, sondern auch in der Handhabung. So klappt etwa die Einrichtung über den Web-Browser oder die Nutzung per Smartphone-App längst nicht bei allen gut. Die besten Netzwerkspeicher des Tests liefert Synology. Zwar müssen die Nutzer die Festplatten separat besorgen und einbauen, aber einmal eingerichtet, überzeugen die DiskStation DS119j (182 Euro mit einem Zwei-Terrabyte-Laufwerk) sowie die Disk-Station DS218j (335 Euro mit zwei Terrabyte-Laufwerken) mit guter Handhabung, hoher Datensicherheit, vielen Funktionen und niedrigem Stromverbrauch.

Wer sich seine private Cloud einrichtet, speichert die Daten in den eigenen vier Wänden. Doch für den Fernzugriff werden sie zumindest teilweise auch über Server der Anbieter übertragen. Darum hat die Stiftung Warentest auch deren Datenschutzerklärungen unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die Erklärungen von Western Digital und Buffalo weisen sehr deutliche Mängel auf. Western Digital fällt zudem beim Datensendeverhalten seiner Android-App negativ auf: Sie sendet den Standort des Nutzers an Drittanbieter, ohne dass das für die Funktion nötig wäre.

Techniken kombinieren

Da die Cloud-Dienste der Firmen einfacher zu bedienen sind als die Netzwerkfestplatten, dürften sie für die meisten die bessere Wahl sein. Tüftler mit Technikkenntnissen aber können mit einer Netzwerkfestplatte die eigene Datenhoheit stärken. Es spricht auch nichts dagegen, beide Techniken zu kombinieren: Zwei Datenwolken sind besser als keine.

Wichtig: Cloud-Dienst oder Netzwerkfestplatte sind eine Möglichkeit, Daten zu sichern, sollten aber keineswegs die einzige sein. Sicherungskopien gehören auf externe, unvernetzte Festplatten – am besten zu Hause und zusätzlich woanders: So kann ihnen etwa ein Brand nichts anhaben.

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