Berlin Wer bequem reisen möchte, kann seine Koffer vorab an den Urlaubs­ort senden. Die Stiftung Warentest erklärt, mit welchen Anbietern sich Gepäck verschi­cken lässt – und was es kostet.

Drei große Anbieter

Die drei größten Anbieter in Deutsch­land sind Hermes, Deutsche Bahn (DB) und Tefra. Teil­stre­cken werden auch von Schiff­fahrts- oder Trans­fer­unternehmen bedient, etwa bei Reisen auf die ostfriesischen Inseln. Hermes ist am deutschen Markt der größte Anbieter, seit DHL seinen Gepäck­service zum 1. Januar 2022 einge­stellt hat. Die Deutsche Bahn (DB) bietet den Service für Reisende mit gültigem Bahnti­cket an; ausführendes Unternehmen ist ebenfalls Hermes. Weniger bekannt ist Tefra. Das Unternehmen hat sich auf Schiffs­reisen spezialisiert, bietet aber auch einen Haus-zu-Haus-Service an für Bahn- oder Busreisende. Zu ausgewählten Flughäfen liefert Tefra das Gepäck bis an den Check-in-Schalter.

Zwischen 19 und 60 Euro

Die Preisspanne für das Versenden von Gepäck von Haustür zu Haustür liegt je nach Anbieter zwischen knapp 19 und knapp 60 Euro pro Gepäck­stück, je nachdem, ob es zur Ferien­unterkunft, zum Schiff oder Flughafen geht. Da Reisege­päck hinsicht­lich Größe, Form und Gewicht sehr unterschiedlich sein kann, ist die Logistik für die Dienst­leister vergleichs­weise aufwendig.

Abholung an der Haustür

Was Kunden einkalkulieren müssen: Der Service ist nicht auf die Minute plan­bar. Das normale Abhol- und Zustell­fenster von Hermes beispiels­weise liegt montags bis sams­tags zwischen 8 und 20 Uhr.

Wichtig zu wissen: Bei Abholung an der Haustür ist der Gepäck­service von Hermes bar zu bezahlen. Und: Die Stornierung eines Online­auftrags für die Gepäck­abholung an der Haustür ist nur telefo­nisch möglich.

Wer nicht den ganzen Tag auf den Gepäck­boten warten will, kann sein Trans­port­gut selbst zu einem Hermes-Shop bringen.

Internationaler Versand

Wer Gepäck aus einem oder in ein Nach­barland versenden möchte, kann Tefra wählen. Der Anbieter ist zudem nach eigenen Angaben beim Haus- zu-Schiff-Trans­port an vorderster Stelle. Den Abhol­termin können Kunden auf ein Zeit­fenster von zwei Stunden eingrenzen – montags bis frei­tags zwischen 8 und 20 Uhr. Nach 17 Uhr wird ein Aufschlag von 20 Euro fällig.

Gepäckservice der Bahn

Fahr­gäste der Deutschen Bahn können deren Gepäck­service nutzen. Ausführender Dienst­leister ist Hermes, aber für Bahn­kunden gelten gesonderte Konditionen, die zum Teil etwas besser sind als bei Buchung über Hermes. Die Zeit­fenster für die Abholung sind bei der Bahn kleiner – Koffer werden in der Zeit von 8 bis 18 Uhr abge­holt. Für 4 Euro extra lässt sich ein auf drei Stunden einge­grenztes Wunsch­fenster hinzubuchen.

Fahr­radtrans­port

Für Bahnreisende bringt Hermes für 49,90 Euro ihr Fahr­rad an den Ziel­ort. Hermes selbst bietet den Fahr­radversand nicht mehr an. Bei Tefra ist er möglich, kostet ab 34,90 Euro und muss telefo­nisch gebucht werden.

Finanztest-Tipps

  Zeitig buchen: Um den Versand des Gepäcks mit mindestens zwei bis drei Tagen Vorlauf kümmern, damit es recht­zeitig am Urlaubs­ort ankommen kann. Wer auf eine Insel reist, sollte mindestens fünf Tage vorher alles in die Wege leiten.

  Notfall­gepäck separat: Über­legen, was man unterwegs und am Urlaubs­ort unbe­dingt braucht, und diese Sachen ins Hand­gepäck packen. So ist man gewappnet, falls sich das Gepäck verspätet.

  Wert­sachen körpernah: Bargeld, Schmuck und Ausweisdokumente gehören ins Hand­gepäck.

  Inhalt dokumentieren: Gepäck und Inhalt fotografieren. So kann man nach­weisen, was im Koffer drin war, falls es zu einem Schaden oder Verlust kommt.

  Annahme sicher­stellen: Klären, wer das Gepäck vor Ort annehmen kann und die Adresse entsprechend auswählen.

  Schaden melden: Sollte man fest­stellen, dass das Gepäck beschädigt wurde, sollte man das dem Versender schnellst­möglich mitteilen – sofern möglich, am besten auch schon dem Fahrer, der das Gepäck ausliefert. Schäden per Foto dokumentieren.

  Alternative prüfen: Wer nur zusätzliche Kleidung versenden möchte, kann das auch per Paket oder Päck­chen tun. Das ist in der Regel deutlich billiger.

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