Berlin Heutige Partnerschaftsmodelle sind vielfältig: Paare heiraten oder nicht und leben als Familie mit Kindern oder ohne zusammen, mit gemeinsamem Nachwuchs oder als Patchwork-Familie. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen seit dem Jahr 2017 heiraten.

Wer zusammenlebt, wirtschaftet zusammen. Doch wie geht das am besten? Antworten gibt die Zeitschrift „Finanztest“ (6/19). Was sollten jüngere Paare und Familien, verheiratet oder nicht, beachten bei allen Fragen rund um Geld und Versicherungen?

Ob verheiratet oder nicht – bei der langfristigen Rentenplanung spielt das eine große Rolle. Ehepartner sind klar im Vorteil. Zu den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung gehört die Absicherung von Hinterbliebenen. Hat ein Ehepartner in die Rentenkasse eingezahlt, erhält der andere im Todesfall in der Regel eine Witwen- oder Witwerrente.

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet bei Arbeits- und Wegeunfällen Schutz in Form von Hinterbliebenenrenten. Und wenn Arbeitnehmer in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, können sie den Ehemann oder die Ehefrau meist finanziell mitabsichern.

Wichtig für Paare ohne Trauschein: Im Todesfall haben sie keine gesetzlichen Rentenansprüche. Sie können sich privat gegenseitig absichern, etwa mit einer Risikolebenspolice.

Möglich ist auch, den Partner in einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung als Bezugsberechtigten im Todesfall einzutragen.

Geht es ums Erben, sind Unverheiratete erst einmal außen vor. Wenn sie sich gegenseitig als Erben einsetzen wollen, können sie das per Einzeltestament oder mit einem gemeinsamen notariellen Erbvertrag tun. Ein Testament kann ein Partner ohne das Wissen des anderen ändern, den Erbvertrag nicht.

Eheleute haben ein gesetzliches Erbrecht. Wenn sie sich etwas schenken oder vererben, gilt der Steuerfreibetrag von 500 000 Euro. Erbschafts- oder Schenkungsteuer werden erst fällig, wenn dieser Betrag überschritten wird. Verheiratet zu sein führt nicht automatisch dazu, dass ein Partner alles erbt. Das geht nur mit Testament, denn auch andere sind erbberechtigt, etwa gemeinsame Kinder und – bei Kinderlosen – die Eltern des Verstorbenen.

Geht es um die Altersvorsorge, stellt sich die Frage nach der Riester-Rente. Lohnt sich das noch? Nicht für jeden – doch gerade für Familien mit Kindern bleibt Riester ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Der Vorteil: Eltern erhalten Zulagen vom Staat. Und zwar für jedes ab dem Jahr 2008 geborene Kind 300 Euro. Oft reichen minimale Einzahlungen, um mehrere Hundert Euro dazuzubekommen. Egal, wie sehr alle auf die Riester-Rente schimpfen: Mütter oder Väter sollten sie nicht verschenken.

Das starre Korsett vieler Altersvorsorgeverträge passt nicht zu den heute oft wechselhaften Erwerbsbiografien. Wer möglichst flexibel bleiben und bequem sparen möchte, fährt mit einem Fondssparplan derzeit sicher besser als mit einer privaten Rentenversicherung. Sparbetrag bei Gehaltserhöhung hochsetzen? Kein Problem! Einzahlungen stoppen, wenn das Geld knapp wird? Schade, aber problemlos möglich. Sparpläne bieten hohe Renditechancen, sind transparent und flexibel.

Existenzielle Risiken zuerst – das gilt, wenn es um Versicherungen geht. Jeder braucht eine private Haftpflichtversicherung. Partner, ob verheiratet oder nicht, können sich über eine Familienpolice absichern. Wer für andere sorgt, benötigt eine Risikolebensversicherung. Sie springt im Todesfall ein und sichert dann den Lebensunterhalt der Angehörigen.

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