Berlin Die Stiftung Warentest hat 20 Bügelschlösser, Kettenschlösser und Faltschlösser einem Härtetest unterzogen. Sechs von ihnen lassen sich mit Zahlencode statt Schlüssel verriegeln. Ergebnis: Nur fünf Modelle können überzeugen. Immerhin ist ein günstiges Schloss für 36 Euro dabei. Leider sind mehrere Schlösser wenig aufbruchsicher oder mit Schadstoffen belastet – und fallen durch („test“, 5/19).

Kein Ort ist sicher: Fahrräder verschwinden vor der Arbeitsstelle, aus Kellern oder Hinterhöfen. In Deutschland wurden 2018 rund 292 000 Diebstähle angezeigt. Die Dunkelziffer liegt höher. Radfahrenden bleibt nur übrig, ihr Rad bestmöglich zu schützen. Am besten mit einem stabilen Schloss – noch besser sogar mit zweien.

Doch sichere Schlösser sind gar nicht so leicht zu finden, wie der Test zeigt. Auch beim jüngsten können die Tester von 20 Modellen nur fünf empfehlen. Meist sind es Schwergewichte.

Die Stiftung Warentest wählte für den Test Schlösser aus, die eine hohe Sicherheit versprechen. Panzerkabelschlösser konnten sie in früheren Prüfungen meist leicht knacken, deshalb blieben sie dieses Mal außen vor. Im Prüflabor rücken die Tester den Schlössern mit Werkzeugen zu Leibe, mit denen auch Diebe zuschlagen. Zusätzlich ermitteln sie die Widerstandsfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Materials und prüfen die Ummantelungen auf Schadstoffe.

Mehrere Modelle waren schnell geknackt, an anderen bissen sich Bolzenschneider und Sägen die Zähne aus. Einem Bügelschloss gelang sogar eine kleine Sensation: Es hielt sogar zwei Minuten lang der kreischenden Schleifscheibe des Akku-Winkelschleifers stand. Dafür erhielt es die Bestnote 1,0. Allerdings schnitt es in der Schadstoffprüfung nur ausreichend ab und landet insgesamt im Mittelfeld. Nur fünf Schlösser erzielen ein gutes Gesamtergebnis.

Zwei Bügelschlösser überzeugen: Das sehr sichere Abus Granit Xplus (93 Eur) und B‘Twin von Decathlon für 36 Euro. Einzig gutes Faltschloss ist das Abus Bordo Granit XPlus (128 Euro). Von den Kettenschlössern empfiehlt die Stiftung das Abus City Chain 1010 (122 Euro) und Kryptonite Kryptolok 990 für 50 Euro.

Beim Anschließen des Fahrrads offenbaren die oft sicheren Bügelschlösser ihren Nachteil: Mit keinem Modell im Test ist es möglich, Rahmen plus Vorderrad an einem stabilen Gegenstand zu befestigen. Die Bügel sind zu klein.

Schlösser mit Zahlencode sind praktisch: Lästiges Schlüsselsuchen entfällt und mehrere Familienmitglieder können ein Schloss gemeinsam nutzen. Zum Verriegeln stellt der Nutzer eine individuelle Ziffernfolge ein. Vier der sechs Code-Schlösser im Test schnitten bei der Aufbruchsicherheit befriedigend ab.

Viele Schlösser nerven beim Fahren: So fehlt den Kettenmodellen im Test eine Halterung. Notgedrungen schlingen viele Radler sie um den Lenker oder die Sattelstütze. Die Bügel- und Faltschlösser liefern bis auf Kryptonites New York Lock alle eine Halterung mit. Sie sollte sich leicht montieren lassen und verhindern, dass das Schloss beim Fahren klappert. Am besten gelingt das beim Bügelschloss-Sieger von Abus.

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